Autorin: Yvonne Mannsfeld (Rechtsanwältin)

Eine Ausnahme von den grundlegenden Voraussetzungen der mittelbaren Täterschaft liegt in den Fällen des Täters hinter dem Täter vor. In diesen Fällen ist der Vordermann strafrechtlich voll verantwortlich für sein Handeln, dennoch liegt eine Tatherrschaft bei dem Hintermann, sodass auch er Täter ist. Dies ist z.B. bei einem Missbrauch staatlicher Machtbefugnisse (z.B. NS-Verbrechen oder die Mauerschützen) oder bei einer Tatherrschaft kraft eines organisierten Machtapparats gegeben. Hierbei ist entscheidend, dass der Hintermann aufgrund seiner Organisationsherrschaft das Geschehen bedingungslos in seine gewünschte Richtung lenken kann. Es müssen daher folgende Voraussetzungen gegeben sein:

    1. Eine Organisationsherrschaft des Hintermanns
    2. Eine typische Auswechselbarkeit des Vordermanns

Diese Voraussetzungen sind bei Verbrecherbanden nicht unbedingt gegeben, da es an einem richtigen Über-Untergeordneten Verhältnis idR fehlt. Anders liegt der Fall hingegen bei einer Mafia.