Schema zur gefährlichen Körperverletzung, § 224 StGB

I. Tatbestand

1. Objektiver Tatbestand

a) Tbestand des § 223 StGB

b) Gefährliche Mittel / Begehungsweise

1) Nr. 1: Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen

Gift ist jeder organische oder anorganische Stoff, der durch chemische oder chemisch-physikalische Wirkung die Gesundheit schädigen kann.

2) Nr. 2: Waffe oder anderes gefährliches Werkzeug

Waffe
Unter „Waffe“ ist eine solche im technischen Sinn zu verstehen, die zwecks Kampfunfähig-Machung, Verletzung oder Tötung gefertigt wurde, also Schuss-, Hieb-, Stich- oder Wurfwaffen. Sie müssen von vornherein dazu bestimmt sein, (nicht notwendigerweise Menschen) zumindest erhebliche Verletzungen zuzufügen.
Gefährliches Werkzeug
Ein gefährliches Werkzeug ist jeder bewegliche Gegenstand, der nach seiner objektiven Beschaffenheit und der Art seiner Verwendung im konkreten Fall dazu geeignet ist, erhebliche Verletzungen zuzufügen.

3) Nr. 3: hinterlistiger Überfall

Ein Überfall ist ein überraschender oder unerwarteter Angriff. Dieser ist hinterlistig, wenn der Täter planmäßig in einer auf Verdeckung seiner wahren Absicht berechneten Weise vorgeht, um die Abwehr des nicht erwarteten Angriffs zu erschweren.

4) Nr. 4: gemeinschaftliche Begehung mit einem anderen Beteiligten

Erforderlich für die Erfüllung des Qualifikationsmerkmals der "gemeinschaftlichen" Begehung ist es, dass das Opfer am Tatort mindestens zwei Personen gegenübersteht (BGH StV 1994, 542; NStZ 2011, 576, 577; MünchKommStGB/Hardtung StGB § 224 Rn 26; Wessels/Hettinger BT-1 Rn 281), wobei es ausreicht, wenn lediglich einer die Körperverletzungshandlung unmittelbar ausführt, sofern der andere oder die anderen zu dieser zumindest aktiv Beihilfe leisten.

5) Nr. 5: lebensgefährdende Behandlung

Eine lebensgefährdende Behanlung liegt bei einer Begehungsweise, die nach den Umständen des konkreten Falles wie der Art, Dauer und Stärke der Einwirkung objektiv generell geeignet ist, das Opfer in Lebensgefahr zu bringen.

c) Kausalität

Kausal ist jede Bedingung, die nicht hinweggedacht werden kann, ohne, dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele.

d) Objektive Zurechnung

Objektiv zurechenbar ist ein Erfolg dann, wenn der Täter eine rechtlich relevante Gefahr geschaffen hat, die sich im tatbestandsmäßigen Erfolg realisiert.

2. Subjektiver Tatbestand

Vorsatz bzgl. der objektiven Tatbestandes
Vorsatz ist der Wille zur Verwirklichung eines Straftatbestandes in Kenntnis aller seiner objektiven Tatumstände.

II. Rechtswidrigkeit 

Allgemeine Rechtfertigungsgründe

III. Schuld 

Allgemeine Entschuldigungsgründe

IV. Ergebnis
 

MERKE: Immer auch an 

die Erfolgsqualifikation der fahrlässigen schweren Körperverletzung, § 226 I StGB
die Erfolgsqualifikation der vorsätzlichen schweren Körperverletzung, § 226 II StGB
die Körperverletzung mit Todesfolge, § 227 StGB denken!

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