Schema zur Erpressung, § 253 StGB

I. Tatbestand

1. Objektiver Tatbestand

a) Nötigungshandlung - Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel

Gewalt ist jede körperliche Einwirkung – unmittelbar oder auch nur mittelbar – auf den Körper des Opfers, um geleisteten oder erwarteten Widerstand zu überwinden.

Drohung ist das (auch konkludente) Inaussichtstellen eines Übels, auf das der Drohende Einfluss hat oder zu haben vorgibt.

Übel ist jede vom Betroffenen als nachteilig empfundene Veränderung in der Außenwelt.

Empfindlich ist das Übel dann, wenn der in Aussicht gestellte Nachteil von einer Erheblichkeit ist, dass seine Ankündigung geeignet ist, den Bedrohten im Sinne des Täterverlangens zu motivieren.

P: Drohung gegen Dritte
P: Drohung mit Unterlassen

b) Nötigungserfolg - Dulden, Handeln oder Unterlassen

c) Vermögensverfügung (höchst str.) -> Rechtsprechung verneint das Erfordernis einer Vermögensverfügung

Als Vermögensverfügung ist jedes Verhalten (Tun oder Unterlassen) anzusehen, das unmittelbar zu einer Vermögensminderung führt.

d) Vermögensnachteil

Ein Vermögensnachteil ist gegeben, wenn das Vermögen einer Person gegen ihren (wahren) Willen vermindert ist.

P: Dreieckserpressung
P: Lösegeldzahlung
P: Gefährdungsschaden

2. Subjektiver Tatbestand

a) Vorsatz
Vorsatz ist der Wille zur Verwirklichung eines Straftatbestandes in Kenntnis aller seiner objektiven Tatumstände.

b) Bereicherungsabsicht

Die Bereicherungsabsicht verlangt das Streben nach einem stoffgleichen Vermögensvorteil, d.h. Der Mehrung des wirtschaftlichen Wertes. Die Bereicherungsabsicht kann eigennützig oder fremdnützig sein.

(1) Stoffgleichheit

Der Vermögensvorteil muss sich als unmittelbare Kehrseite des Vermögensschadens darstellen.

(2) Bereicherung als Ziel oder Zwischenziel

(3) Rechtswidrigkeit der Bereicherung

Der erstrebte Vorteil ist rechtswidrig, wenn kein Rechtsanspruch auf ihn besteht.

(4) Vorsatz bzgl. Rechtswidrigkeit der Bereicherung

II. Rechtswidrigkeit 

1. Allgemeine Rechtfertigungsgründe
2. § 253 II StGB

a. Verwerflichkeit des Zwecks
b. Verwerflicheit des Mittels
c. Verwerflichkeit der Zweck-Mittel-Relation

III. Schuld 

Allgemeine Entschuldigungsgründe

IV. Strafzumessung § 253 IV StGB

1. gewerbsmäßig = wenn der Täter in der Absicht handelt, sich aus der wiederholten Tatbegehung eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle zu verschaffen.
( ! Ausreichend ist die Absicht, sodass auch bei der ersten Tatbegehung ein besonders schwerer Fall vorliegen kann)

2. Bandenmitglied = Unter eine Bande versteht man den Zusammenschluss von mindestens drei Personen, die sich mit dem Willen verbunden haben, künftig für eine gewisse Dauer mehrere selbstständige, im Einzelnen noch ungewisse Straftaten des im Gesetz genannten Deliktstyps zu begehen.

V. Ergebnis

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