Wie definiert sich der Bergriff des Vermögens?

Überblick

Wie sich der Begriff des Vermögens definiert, ist umstritten. Da mittlerweile nur noch zwei Auffassungen vertreten werden, konzentriert sich der Beitrag allein auf diese Meinungen namentlich der wirtschaftliche und der juristisch-ökonomische Vermögensbegriff. Dabei ist festzuhalten, dass beide Auffassungen von einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ausgehen und der Streit allein darum kreist, ob die generell weite wirtschaftliche Auslegung juristisch begrenzt werden muss. Daraus folgt, dass der wirtschaftliche Vermögensbegriff in dem juristisch-ökonomischen Vermögensbegriff aufgeht.1

Die Auffassungen und ihre Argumente

1. Ansicht - Der wirtschaftliche Vermögensbegriff2

Nach dem rein wirtschaftlichen Vermögensbegriff gehören zu dem geschützten Vermögen alle wirtschaftlich wertvollen, also geldwerten Güter. Daher werden alle Forderungen, Geld und Eigentum und viele anderen Rechte erfasst.

2. Ansicht - Juristisch-ökonomischer Vermögensbegriff3

Nach dieser Auffassungen werden, wie bei dem wirtschaftlichen Vermögensbegriff auch, alle wirtschaftlich wertvollen Güter einer Person geschützt. Allerdings wird der Schutzbereich dahingehend eingeschränkt, dass nur solche Vermögenspositionen erfasst werden, die von der Rechtsordnung geschützt und nicht rechtlich missbilligt werden.

Argumente für diese Ansicht

Einheit der Rechtsordnung

Das Strafrecht kann nicht das schützen, was die Rechtsordnung sonst nicht anerkennt.4


Argumente gegen diese Ansicht

Betrüger könnten ermutigt werden ihre Opfer vorwiegend im Kreise sittlich schwacher Personen zu suchen.5

Somit werden Freiräume für wirtschaftliche Schädigungen eröffnet, ohne dass es dafür einen legitimierenden Sinn gibt6

Dieser Sinn kann sich auch nicht aus der Verwirkung des Vermögensschutzes durch das zu missbilligende Opferverhalten ergeben, weil dieser Gedanke dem Strafrecht grundsätzlich fremd ist.

  • 1. Rengier, BT I, § 13, Rn. 118ff, Aufl. 13.; zum Ganzen auch: Schönke/Schröder/Perron, StGB, § 263, Rn. 79ff., Aufl. 29.
  • 2. BGHSt 34, 199 (203).; RG 44, 230
  • 3. Rengier, BT I, § 13, Rn. 128, Aufl. 13.; Schönke/Schröder/Perron, StGB, § 263, Rn. 82, Aufl. 29.; einschränkend Wessels/Hillenkamp, BT II, § 13, Rn. 535, Aufl. 36.
  • 4. Rengier, BT I, § 13, Rn. 128, Aufl. 13.; ähnlich: Wessels/Hillenkamp, BT II, § 13, Rn. 535, Aufl. 36.; Schönke/Schröder/Perron, StGB, § 263, Rn. 80, 83, Aufl. 29.
  • 5. Wessels/Hillenkamp, BT II, § 13, Rn. 535, Aufl. 36.
  • 6. Wessels/Hillenkamp, BT II, § 13, Rn. 535, Aufl. 36.

Lass dir das Thema Wie definiert sich der Bergriff des Vermögens? noch mal ausführlich erklären auf Jura Online!


Zurück zu allen Streitständen


Karrierestart

Wie finde ich das passende Praktikum, die passende Anwaltsstation oder den passenden Nebenjob im Referendariat? Ausgeschrieben Jobs & Karriere Events & Arbeitgeber

Hausarbeiten erfolgreich schreiben:

Die perfekte Hausarbeit Zum eBook Download

Klausuren erfolgreich schreiben:

Die perfekte Klausur Zum eBook Download

3.000 Euro Stipendium

Zur Anmeldung

Event-Kalender

Aktuelle Events für Jurastudenten und Referendare in Deutschland!
Was hat Bird & Bird als Arbeitgeber zu bieten
Das könnte Dich auch interessieren
Überblick Bei der Rücknahme von rechtswidrigen Verwaltungsakten besteht Uneinigkeit hinsichtlich de…
Überblick Unter der Rechtsfigur des mittelbaren Täters ist die Begehung einer Straftat durch eine…
Überblick Umstritten ist, ob sich auch der berechtigte Karteninhaber nach § 263a StGB strafbar ma…
Was hat Bird & Bird als Arbeitgeber zu bieten