Ermittlungen zu Urheberrechtsverstößen bei Mitgewahrsam -- Möglichkeiten & etwaige Konsequenzen bei §52 StPO Zeugnisverweigerung

Hallo in die Runde,

welch Bewertung bzw. Möglichkeit der StA/Ermittlungsbehörde ließe sich bzgl. folgenden Sachverhaltsdarstellung anstellen:

Person A erfährt vor ca. 6 Monaten in eigener Wohnung eine HD, in deren Zuge auch zwei externe Festplatten sichergestellt/beschlagnahmt werden. Person A verweist noch im Zuge der HD im Protokoll auf Mitgewahrsam dritter Person (Bruder), welcher mit eigener Wohnung im selben Haus wohnend, jedoch erfährt weder er noch insbesondere besagter Bruder hierzu einen Rückläufer. Im Verlauf Ermittlungsverfahren haben sich ursprüngliche Vorwürfe (bzgl. Beleidigung) zwar bislang nicht erhärtet, allerdings wurden Ermittlungen noch nicht eingestellt, dies jedoch wohl nur "pro forma" noch nicht. Indes werden als neuer Vorwurf, nachdem beide Festplatten ausgewertet wurden, verschiedene Urheberrechtsverstöße seitens StA eingebracht (ca. 33% aller Daten betreffend bzw. knapp 1000 Gigabyte, vornehmlich Software und Filme) und StA/Ermittlungsbehörde erscheint überaus motiviert Person A nunmehr damit (mit) zu belasten. Im Zuge Ermittlungsverfahren wurde Person A, via polizeilicher Vernehmung, Gelegenheit zur Äußerung gegeben.

Person A verweigert Aussagen zur Sache umfänglich, verweist allerdings (nochmals) auf das Mitgewahrsam seines Bruders bzgl. der Gerätschaften und das ihm selbst weite Teile der darauf abgelegten Inhalte/Daten weder zuordenbar noch bekannt wären. Eigene Urheberrechtsverstöße bestreitet Person A. Jegliche weitere Einlaßung unterbleibt! Das ursprüngliche Vorwürfe bzgl. Beleidigung nicht mehr im Fokus der StA stehen, sondern nunmehr vielmehr etwaige Urheberrechtsverstöße, läßt sich aus dem Aussageverhalten seitens vernehmender Beamtin deutlich entnehmen.

Bruder von Person A, welcher nunmehr zwischenzeitlich auch seitens Polizei geladen wurde, beabsichtigt (bewußt) eine "Einlaßung" deckungsgleich der Darstellung von Person A mit selbigen Wortlaut, etwaige Urheberrechtsverstöße gleichfalls zu bestreiten  und abseits davon ebenso Aussagen zur Sache zu verweigern. Zugleich sich bzgl. unterlaßener Mitteilung zur erfolgten Durchsuchung/Beschlagnahme zu beschweren, "der Form halber".

Welche Möglichkeiten ergeben sich seitens StA (gegebenenfalls im weiteren Verlauf auch etwaig dem Gericht) bei solch Aussageverhalten in Hinblick auf Notwendigkeit von Nachweis/Zuordnung Täterschaft? 

Vielen Dank!

PS: Fest steht das sich zuständige StA/Ermittlungsbehörde wahrnehmbar motiviert zeigt gegenüber Person A. (Person A und besagte StA "kennen" sich schon, jedoch bislang stets ohne "bleibende Erinnerung" bzw. Konsequenz für Person A)
Mögliche Abstellungen oder Verweise auf etwaige Indizien via Forensik o.ä. liefen ins Leere, da sowohl Person A wie B auch gemeinsamen Internetanschluß nutzen, unabhängig dessen das in diesem Falle IP/Logs keinerlei Relevanz entfalten könnten (da die den Urheberrechtsverstößen zugeordneten Daten sich seit ca. 1,5 Jahren auf Festplatten befinden, also auch schon ein gutes Jahr vor ursprünglicher Anzeige und dem Beginn Ermittlungsverfahren) und Datenstruktur ohne Personenbezug ungeordnet/willkürlich angelegt ist. Auch ließen sich auf Basis der jeweiligen Interessensgebiete und beruflichen Tätigkeiten beider Familienangehöriger keine Rückschlüße/Indizien zur "Täterschaft" ziehen.

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