Panik und Ängste behindern mich

Hallo!

Sollte es das Thema in der Form oder so ähnlich schon geben, verweist mich weiter und macht das hier zu. Danke schon mal!

Ich leide Zeit meines Lebens schon an schweren Motivationsproblemen. Bis ich studieren gegangen bin, haben die mich nie großartig behindert, weswegen ich das gar nicht erst als Problem wahrgenommen habe oder schon früher irgendwie angegangen bin. Die habe ich dann natürlich in mein erstes Semester Jura mitgenommen und da rein GAR NICHTS gemacht. Letzets Semester habe ich dann nochmal wie ein Erstsemester studiert, habe meinen Grundlagenschein geschrieben aber dummerweiße nicht großartig an mir selbst gearbeitet, sprich: Das Studium eher nebenher laufen lassen und durch eine Kombination aus Krank- und Faulheit in den Semesterferien nichts aufgearbeitet. Nun bin ich im Dritten Semester, habe noch bis zum einschließlich fünften Zeit, meine Zwischenprüfung zu bestehen. Und eigentlich wurde das mit meiner verdammten Motivation auch besser: In wenigen Wochen habe ich mit einem Freund zusammen nun fast den kompletten Stoff Strafrecht AT des ersten Semesters aufgearbeitet und, wenn unser Plan weiterhin so gut aufgeht, sind wir in ein bis zwei Wochen auf dem aktuellsten Stand und sacken die nächste Klausur anfang Juni ein. Das motiviert mich ungemein, denn ich merke: Ich bin nicht dumm. (Naja, nicht in der Hinsicht.) Ich kann das. Nur WILL ein Teil von mir oft nicht, während ein anderer nichts anderes möchte.

Alles steht eigentlich ganz gut: Ich habe dieses Semester noch zweimal die Möglichkeit, die Klausur in Strafrecht zu bestehen und kann in den folgenden Semesterferien meine Hausarbeit schreiben. (und im allerschlimmsten Fall habe ich im folgenden Semester noch dreimal die Möglichkeit, Strafrecht zu bestehen.)

Mein Plan: Mich dieses Semester voll auf Strafrecht konzentrieren, bis ich mindestens eine Klausur rocke, um diese Sorge von mir zu haben, in den Semesterferien die Hausarbeit zu Strafrecht und Zivilrecht schreiben, dann im vierten Semester die ZR-Klausuren ordentlich hinbekommen und im fünften Semester das selbe Spiel mit ÖffR.

Mein Problem: Ich bin nicht effizient genug. Schließlich will (MUSS!) ich bis zu Beginn des nächsten Semesters alles aus dem ersten Semester (BGB AT und Staatsorganisationsrecht kommen ja auch noch dazu) aufgearbeitet haben und dazu noch den Stoff aus diesem Semester drauf haben. Das wird sich bis weit in die Semesterferien ziehen, und zwei Hausarbeiten wollen ja auch geschrieben werden. Trotzdem, arbeitet etwas in mir durchgehend gegen mich. Was mich am meisten ärgert, verängstigt, schlicht fertig macht: Ich bin mir (mittlerweile) des ganzen Bewusst, trotzdem fällt es mir extrem schwer, mich anzutreiben.

Die reine Grundmotivation für das Studium ist da: Die Themen interessieren mich, ein Ziel - dazu weiter unten mehr - habe ich vor Augen, im Grunde WILL ich die Juristerei zu meinem Lebensinhalt machen. Die Vorlesungen und Tutorien machen mir Spaß, ich arbeite mit, melde mich, interessiere mich auch in meiner Freizeit für Jura. Und, wie schon geschrieben, seit diesem Semester konnte ich mich endlich auch mal für das Nachbearbeiten aufraffen. Jetzt kam der Schock: Vorletzte Nacht lag ich wach und mich hat wahrhaftige Panik vorm Versagen übermannt. Jetzt ist mit einem Schlag wieder alles wie davor: Mir fällt alles extrem schwer, ich brauche für alles sehr lange und begreife manchmal die einfachsten Sachen nicht. Ich lese einen Satz, lese ihn nochmal und nochmal und nichts bleibt hängen, alles in mir schreit: "LASS ES! MACH MORGEN WEITER! MACH ETWAS, DAS DIR SPASS MACHT! GEH SCHLAFEN! GEH SPAZIEREN! GEH TRINKEN, DRÖHN DICH ZU!", obwohl ich es ganz genau besser weiß.
Daraus entsteht eine schreckliche Angst, dass daraus wieder ein Dauerzustand wie in den ersten beiden Semestern wird. Die katalysiert dann alle weiteren Ängste, und es wird extrem irrational. Ist ja klar: Wenn ich nichts tue, komme ich zu nichts. Aber diese Ängste hindern mich daran, etwas zu tun (oder machen es mir verdammt schwer).
Ich will dann einfach nur heulen, weil der vernunftbegabte Teil in mir ganz klar sagt: "Dann mach's, Bub! Streng dich an!" und ich mich trotzdem vor Angst lieber in meinem Bett winde. Das widert mich selbst an, ich finde das erbärmlich, dennoch reicht das aus irgendeinem Grund nicht aus, mich aufzuraffen und aus diesem Loch zu ziehen. Dadurch verliere ich Stunden, manchmal TAGE in denen ich das Gefühl habe, nichts geht. Hiervon wird wiederum das schlechte Gewissen gesteigert, mehr Angst ist die Folge, daraus kommt wieder die Panik, daraus mehr Nichtstun, und der Kreis schließt sich, genau wie die Riemen, die mir um die Brust zu liegen scheinen und immer enger werden.
Absurd, das ganze, aber leider viel zu wahr.
Mir ist klar, dass der Schlüssel zu all' dem vor allem darin liegt, mich einfach zu zwingen, denn meine Motivation stellt sich immer vor allem dann ein, wenn ich die Sachen kapiere und dann bekomme ich richtig Bock, weiter zu machen. Aber trotz alledem stellt sich oft das oben beschriebene Gefühl ein, einfach WEG zu wollen, obwohl ich gleichzeitig nichts mehr will, als endlich locker und aus einem Selbstverständnis heraus an die ganzen Sachen zu gehen. Vereinfacht könnte man sagen: Es ist ein Wollen ohne Willen.
Und genau deswegen liegt mein primäres Ziel auch darin: Ich will mir selbst beweisen, dass ich diesen gigantischen inneren Schweinehund, der sich eingenistet hat, schlagen kann. Ich will nicht (mehr) an mir selbst scheitern. Und daraus möchte ich Motivation schöpfen. Aber die will sich einfach nicht einstellen. So, wie ich das sehe, ist mein Problem vor allem, dass ich genau weiß, wie sehr ich mich bisher schleifen gelassen habe, woraus dann Angst vor dem endgültigen Versagen entsteht. Das sollte mich doch motivieren, den ganzen Kram mal mit einem ordentlichen Tritt in den Arsch anzugehen. Stattdessen verfalle ich dann in "panisches Nichtstun". Ich weiß im Grunde genau: Wenn ich die Selbstsicherheit habe, mich ordentlich dahinter zu klemmen, dann habe ich den Spaß, dann habe ich die Motivation.
Das ist jetzt wohl recht wirr, da viele widersprüchliche Sachen hier drin stehen. Hoffentlich kommt dennoch durch, was mein Anliegen ist. Genau diese Gegensätze in mir will ich ausmerzen.
Ich möchte hier auch keine tiefgehende psychologische Beratung und bevor das Kind endgültig in den Brunnen fällt habe ich auch einen Termin mit der Studienberatung nächste Woche, um mir auch von dort helfen zu lassen. Das habe ich viel zu lange nicht getan. Jetzt ist, so habe ich das Gefühl, die letzte Chance, das Ruder herum zu reißen. Ist nämlich ein absolut bescheidenes Gefühl, das ich so gut wie niemandem wünsche: Enttäuschung von sich selbst. Wenn daraus jetzt etwas endgültiges wird, verliere ich jede Achtung vor mir.

Worum ich also hier bitte ist folgendes: Tipps, mich nicht von diesen Ängsten übermannen zu lassen. Tipps, den Stoff effizient und schnell aufzuarbeiten. Tipps, mich selbst aus diesen Löchern zu ziehen, wenn sie sich auftun.
Ich möchte wieder stolz auf mich sein können.
Und, sollte es so etwas nicht schon geben, aus diesem Thema auch etwas zu machen, aus dem andere in ähnlichen Situationen etwas ziehen können.
Gibt es hier Leute, denen es ähnlich geht oder ging? Ist hier jemand / kennt ihr jemanden, der sich aus so einer Haltung heraus ziehen konnte?

Alleine, das hier mal aufzuschreiben, hat immerhin etwas Klarheit mir selbst gegenüber und daraus wieder etwas Motivation bewirkt.
Ich freue mich auf eure Antworten!

Allen hier nur das Beste!


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Hallo, ich erkenne mich häufig in Deinen Sätzen wieder. Zum Start meines Studiums war ich ziemlich planlos und war total glücklich endlich als Student mein "Studentenleben" voll auskosten zu können. Schnell wurde ich im 3. Semester, als die Zwischenprüfung greifbar nah kam immer nervöser und stellte auch für mich fest, dass ich nun doch was mehr tun muss. Mein Problem war Zivilrecht. Ganz wichtig dabei ist: Jura ist sehr abstrakt und anfangs nicht einfach zu greifen. Daher hat es mir ungemein geholfen mir Beispiele aus meinem eigenen Leben einfließen zu lassen oder mir neue Beispiel auszudenken. Das hat bei mir in Klausuren zB immer was gebracht, weil ich dann dachte: Das war ja so wie bei Papa damals und das Ergebnis war .... Ich habe auch stark davon profitiert mir eine Struktur zu legen und diese, ähnlich wie Du es geschrieben hast, durchzuarbeiten und einem Plan zu folgen. Übrigens hatte meine Struktur auch dennoch Platz zum feiern und wenigstens einen freien Tag am Wochenende. Denn zum einen konnte ich mich nicht länger als 6 Stunden am Tag wirklich konzentrieren und zum anderen wollte ich noch leben. Ein positiver Nebeneffekt ist auch, wenn Du nicht so gut voran kommst, wie du es dir wünschst, kannst Du auf die freien Zeitfenster noch anteilig ausweichen. Motivation durch Belohnung! In dem Fall sind Raucher Vorbilder. Diese gehen alle 60 bis 120 Minuten mal eine rauchen und belohnen sich mit der Zigarette für die zuvor investierte Lernphase. Das würde ich Dir ebenfalls empfehlen. Also nicht gerade das rauchen, sondern dich in diesen kleinen Pausen dich zu belohnen. Bei mir war es ein Kaffee oder ein Spaziergang. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Herzliche Grüße!