Soyka - Die Referendarstation bei der Staatsanwaltschaft

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Für Absolventen des Ersten juristischen Staatsexamens stellt der Beginn des Referendariats eine neue Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere für die Eingangsstation, nämlich für die Arbeit bei der Staatsanwaltschaft. Recht schnell werden die Referendare dort in die alltägliche Arbeit des Staatsanwalts eingebunden: Sie werden Verfügungen, Anklageschriften, Einstellungsverfügungen schreiben und selbstständig den Sitzungsdienst wahrnehmen. Die Station bei der Staatsanwaltschaft zählt deshalb wohl zu den arbeitsreichsten, aber auch interessantesten und oft aufregendsten Abschnitten der Referendarausbildung.

Mit dem universitären Studium haben die Bewerber ein theoretisches Wissen erworben, das es ab jetzt in der Praxis umzusetzen gilt. Dabei stellen Referendare erfahrungsgemäß bald fest, dass Theorie und Praxis sehr weit auseinander liegen können. Viele Dinge, die materiell strafbar sind, werden aus Opportunitätsgesichtspunkten nicht verfolgt und schlimmer noch - für die zahlreichen mühsam erlernten Streitstände interessiert sich hier auch niemand mehr. Der Alltag besteht in erster Linie aus schnöder Aktenarbeit, wobei der Staatsanwalt nur ein Ziel hat: den Aktenberg von seinem Eingangs- auf den Ausgangsstapel umzuschichten. In diesem Kontext sollen Referendare mithelfen, Amts- und Staatsanwälte zu entlasten, indem sie selbstständig Sitzungsdienste wahrzunehmen, Akten einer fundierten Sachentscheidung zuführen oder sich mit schwierigen abstakten Rechtsproblemen auseinandersetzen.

Es ist daher auch kein Geheimnis, dass Referendare besser schnell als zu langsam lernen, eigenständig zu arbeiten - immerhin sollen sie ent- und nicht belasten! Dieses Skript ist dabei ein wertvolles Hilfsmittel, welches kurz und zugleich prägnant die wichtigsten Arbeitsweisen der staatsanwaltschaftlichen Tätigkeit erläutert und dem Referendar dadurch den Einstieg in die Station erleichtert. Insbesondere ist das Buch sehr praxisorientiert verfasst, so dass es zahlreiche nützliche Hinweise und Tipps enthält sowie typische Fehler vermeiden hilft. Einzig im Kapitel zum Sitzungsdienst wären konkrete Formulierungsbeispiele für die umfangreichen Anträge im Schlussvortrag (z.B. Verwarnung mit Strafvorbehalt) hilfreich gewesen.

Dieser Leitfaden ist insbesondere für Referendare der Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen konzipiert, die ihre Zweite Juristische Prüfung bei dem Gemeinsamen Prüfungsamt in Hamburg ablegen. Macht man im "hohen Norden" sein Referendariat, zählt dieses Skript also zur unabdingbaren Standardliteratur. Natürlich ist das Buch ebenso für Referendare anderer Bundesländer geeignet, auch wenn Anklageschriften insbesondere in südlich gelegenen Bundesländern anders aussehen mögen - sie folgen alle letztlich doch denselben Regeln.

Seit der letzten Ausgabe im Jahr 2008 mussten Referendare verhältnismäßig lange auf eine Neuauflage warten. Die im August neu im Verlag Vahlen erschienene 3. Auflage bringt das Skript auf den Stand von März 2012. Der Autor, Dr. Martin Soyka, ist Staatsanwalt in Kiel und nebenamtlicher AG-Leiter bei der Staatsanwaltschaft Kiel, dem Landgericht Kiel sowie dem Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht.

Fazit: Das Skript erleichtert den Start bei der Staatsanwaltschaft erheblich und kann auch gut schon vor dem Beginn der Station oder begleitend zur Einführungsarbeitsgemeinschaft gelesen werden. Gerade die zahlreichen ausführlichen Beispiele zu Anklageschriften und Abschlussverfügungen helfen dabei, diese selbst abzufassen.

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3. neu bearb. Aufl. 2012, 127 Seiten, kartoniert | Vahlen | ISBN 978-3-8006-3989-2
Reihe: Referendarpraxis | € 18,90 | Jetzt bestellen

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