Praktikumsblog Teil X - Abschied aus Südafrika

von Regina · Praktikumsberichte

Die drei Monate meines Praktikums sind vorüber. In dieser Woche möchte ich nun noch auf die repräsentative Seite der Arbeit in der Auslandsvertretung eingehen.

Jede Auslandsvertretung hat einen gewissen Etat zur Förderung verschiedener Kleinstprojekte, die ihm unterstützungswürdig erscheinen. In diesem Rahmen hatte sich das Generalkonsulat zuletzt auch für die Förderung eines Frauenhauses im Township Gugulethu entschieden. Den Betreiberinnen wird zwar zuvor mitgeteilt, dass ihnen ein bestimmter Betrag zur Verfügung gestellt werden soll, dieser wird aber selbstverständlich nicht einfach überwiesen, sondern in einem kleinen repräsentativen Ritual in vertraglich zu unterzeichnender Form vermacht.

Hierzu sind nun die zuständige Sachbearbeiterin für die wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Generalkonsul und ich zum Termin in das Frauenhaus gefahren. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und gastlich mit Getränken versorgt.

Um den formellen Teil gleich abzuschließen, haben die Beteiligten mit der Vertragsunterzeichnung begonnen. Hierfür platzierten sich in einem kleinen gemütlichen Konferenzzimmer der Konsul und die beiden leitenden Mitarbeiterinnen des Frauenhauses, eine Anwältin und eine Sozialarbeiterin. Der Vertrag wurde dann vorgelesen und so malerisch wie möglich für ein schönes Foto, das zu schießen mir übertragen worden war. Es ist gut gelungen. 

Im Anschluss an den förmlichen Teil haben uns die beiden Ladys in den Räumlichkeiten der kleinen Organisation herumgeführt und einiges über ihre genaue Arbeitsweise ausgeführt. Das Frauenhaus ist in Kapstadt ungewöhnlich weit bekannt. Die Frauen kommen aus allen teilen der Townships und erhalten hier Unterschlupf, Kinderbetreuung und soziale wie rechtliche Beratung. Wegen dieser Arbeit hat das Projekt auch mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. Randalierende Männergruppen, die in der Nacht das Haus beschädigen kommen regelmäßig vor, erzählte die Anwältin. Zuletzt sei ein größerer finanzieller Schaden entstanden, als bei einem Einbruch mehrere Computer gestohlen wurden.

Trotz solcher Probleme und der Schicksale, mit denen sie tagtäglich konfrontiert werden, wirken die beiden Leiterinnen aber alles andere als eingeschüchtert oder resigniert. Sie wollen ihr Haus ausbauen, bessere Alarmsysteme installieren und vermehrte Kinderbetreuung ermöglichen.

Einen ähnlichen Termin bescherte zuletzt auch Guido Westerwelle, der kurz vor meinem Praktikumsbeginn zu Gast in Kapstadt war und dabei im Township Philippi soziales Projekt der deutschen evangelischen Kirche, Ithemba labantu, besuchte. Es gefiel dem Außenminister dort so gut, dass er zusätzliche Fördermittel hierfür zur Verfügung stellte.

Der leitende Pastor, der schon seit mehreren Jahrzehnten in Südafrika arbeitet führte uns bei unserem Besuch hier zunächst durch das ganze Gelände. Anfänglich handelte es sich um ein Gemeindeprojekt, dass vor allem Freizeitbeschäftigung für die vielen jungen Menschen im Township ermöglichen sollte. Heute wird dort getöpfert und andere Handarbeiten gefertigt, die im geländeeigenen Souvenirshop verkauft werden, es wird getanzt und Theater gespielt und die Stücke werden in der Kirche aufgeführt. Außerdem leitet der Pfarrer dort auch eine kleine Krankenstation. Er erklärte uns, dass Kranke aus allen Townships, die streckenweise schon daran glauben nicht mehr lange zu laben zu ihnen in die Klinik kommen. Dort werden die meisten von ihnen für ca. 2 Monate mit retroviralen Medikamenten behandelt und verlassen die Station danach wieder recht munter.

Darüber hinaus werden in dem Projekt KFZ-Mechaniker und Solartechniker grundausgebildet und es gibt Klassen für beispielsweise Computerkurse in verschiedenen Altersstufen. Zuletzt wurde auf dem Projektgelände am 19. Juli eine Suppenküche eröffnet.

Bestechend ist in allen Teilbereichen eine auffällig gute Laune bei Mitarbeitern und Teilnehmern gleichermaßen. Diese wurde abschließend natürlich auch noch durch die formelle Übertragung der finanziellen Fördermittel zwischen dem Generalkonsul und der Projektleitung weiter angetrieben.

Eine ganz andere Art der repräsentativen Aufgaben erwartet mich dann noch am nächsten Dienstag. Da bin ich mit der zuständigen Sachbearbeiterin des Konsulats für Kultur, 2 Designern und zwei Journalisten für südafrikanische Ausgaben bekannter Modemagazine zum Lunch verabredet.

Die vier Südafrikaner waren zuvor in Berlin zur Fashion Week und werden nun bei diesem Treffen von ihren Erfahrungen berichten. Zu diesem Feedback wird von der Kulturabteilung ein Vermerk erwartet. Auch diesem Treffen sehe ich schon mit Vorfreude entgegen und freu mich, kurz vor Schluss noch etwas Neues miterleben zu können.

Nach dem Ende meines Praktikums werde ich noch ein paar Tage Urlaub im schönen Südafrika dranhängen, bevor Mitte August mein Rückflug nach Deutschland geht, wo hoffentlich noch gutes Sommerwetter auf mich wartet. Nach kurzer Akklimatisation werde ich mich noch einmal mit einem abschließenden und resümierenden Blogeintrag zurückmelden.

Autorin: Regina 

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