Anwalt in der Großkanzlei

Deine Karriere als Anwalt in der Großkanzlei

Der Job als angestellter Rechtsanwalt bei einer Großkanzlei ist für viele bereits im Studium ein sehr gehegter Wunsch. Es ranken sich zahlreiche Mythen über die Einstellungsvoraussetzungen bei den großen und international agierenden Kanzleien. Namen wie Freshfields Bruckhaus Deringer LLP, Hengeler Mueller oder CMS Hasche Sigle sind laut trendence Graduate Barometer 2014 - German Law Edition die Top-Arbeitgeber der Absolventen.

Für wen sich die Bewerbung bei einer Großkanzlei lohnt, was du mitbringen solltest und wie es dann weitergeht - das haben wir für euch in einem Steckbrief zusammengefasst:

Der Einstieg - Was sollte ich mitbringen?
Ein Vollbefriedigend auf dem Zeugnis, ein LL.M. und ein Doktortitel - damit sollten alle Türen geöffnet werden. Insbesondere die Türen der Großkanzleien, so meint man. Die Realität sieht anders aus. Großkanzleien haben hohe Ansprüche an ihre Bewerber, die Noten sind ein Punkt von vielen - aber nicht der einzig ausschlaggebende.

Die Noten, die Du mitbringen solltest
Großkanzleien erwarten in der Regel zwei vollbefriedigende Examen. Wer die nicht vorweisen kann, ist aber nicht automatisch raus: In vielen Großkanzleien hat sich der Anspruch an die Noten des Bewerbers inzwischen so weit angepasst, dass 18 Punkte aus beiden Examen durchaus auch für eine erfolgreiche Bewerbung ausreichen.  Wer also ein Vollbefriedigend und ein Befriedigend in beiden Examen vorweisen kann, sollte sich trauen!

Die Zusatzqualifikationen, die nützlich sein könnten
Die Noten alleine machen einen Bewerber noch nicht attraktiv für eine Großkanzlei. Vielmehr sollten auch Sprachkenntnisse vorhanden sein. Hier steht nach wie vor Englisch an erster Stelle. „Verhandlungssicher“ ist hier das Zauberwort. Wer passend dazu noch ein Cambridge Zertifikat (ESOL) oder auch einen TOEL-Test vorweisen kann, untermauert damit die Fähigkeit die Sprache auch anwenden zu können. Eine weitere Fremdsprache wie z.B. Französisch oder auch etwas exotischeres wie Chinesisch machen einen Bewerber insbesondere für international tätige Kanzleien noch interessanter.

Schwerpunkte setzen
Wer sich „auf gut Glück“ bei einer Großkanzlei bewirbt wird sehr wahrscheinlich enttäuscht werden. Es empfiehlt sich schon vor der Bewerbung die eigenen Interessen zu kennen. Bei nahezu allen Großkanzleien ist das Wirtschaftsrecht der Schwerpunkt. Wer sich im Handels- und Gesellschaftsrecht heimisch fühlt oder das Steuerrecht für sich entdeckt hat, der ist bei einer Großkanzlei richtig. Oftmals werden auch Kenntnisse im Internationalen Recht vorausgesetzt.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Mandate. Der Bewerber sollte sich im Vorfeld über die Tätigkeit der Großkanzlei informieren. Wer sich nicht gezwungen sehen möchte entgegen seiner Einstellung ein Mandat zu bearbeiten, der sollte von einer Bewerbung bei der betreffenden Kanzlei absehen.

Der Arbeitsalltag in der Großkanzlei
Durchschnittlich 60 Stunden pro Woche sind der ganz normale Alltag des Berufsanfängers. Dafür bekommt auch der Berufsanfänger von Anfang an Verantwortung und kann selbstständig arbeiten. In nahezu allen Großkanzleien arbeiten, insbesondere an großen Mandaten, Teams. Das bietet vor allem eines: Abwechslung.

Die Mandate werden für gewöhnlich von Anfang bis Ende betreut, nach Abschluss gibt es den nächsten Einsatz. Was genau bei der Mandatsbearbeitung gemacht wird, ist abhängig vom Einsatzgebiet. Ein Spezialist für Urheberrecht befasst sich eher mit Marken- und Patentanmeldungen während ein Wirtschaftsrechtler eher Unternehmenskäufe oder große Verträge begleitet.

Ein Anwalt in einer Großkanzlei bearbeitet schonmal bis zu 700 Mandate im Jahr. Hat ein Mandant kurzfristige Wünsche oder drängen Deadlines, ist auch ein Wochenende schnell mit Arbeit verplant. Wer sich für eine Spezialisierung im Europa - oder Internationalem Recht entschieden hat, sollte einkalkulieren auch reisen zu müssen. Wohin und wie oft hängt von der Großkanzlei und dem Mandat ab.

Großkanzleien verstehen sich immer mehr als Dienstleister, das sollte auch der Bewerber umsetzen. Die hohe Arbeitsbelastung bringt Verantwortung, Selbstständiges Arbeiten und viele Möglichkeiten mit sich; wer dieser Belastung standhalten kann, ist in einer Großkanzlei gut aufgehoben.

Fast alle Großkanzleien legen Wert auf den Urlaub. Nicht selten wird bereits im Bewerbungsgespräch auf die Notwendigkeit hingewiesen den Urlaub auch tatsächlich zu nehmen.

Deine Aufstiegsmöglichkeiten in der Großkanzlei
Inhouse-Seminare, Auslandsaufenthalte, Sprachkurse - das bieten Großkanzleien ihren Berufsanfängern. Sie bilden ihren Nachwuchs gut aus und schicken ihn nicht selten für eine Zeit auch zu Standorten im Ausland. Nach durchschnittlich 3 Jahren in der Großkanzlei wird man Senior Associate. Damit eröffnet sich auch die Chance auf eine Partnerschaft. Der Weg dorthin ist allerdings schwer. Die Großkanzleien sind nach wie vor zaghaft was die Ernennung von neuen Partnern betrifft. Nach ca. 6-8 Jahren Berufserfahrung kann eine Partnerschaft in Betracht gezogen werden.

Neben der Vollpartnerschaft gibt es inzwischen auch schlankere Varianten. Gleichwohl ist eine Partnerschaft mit einem Mehraufwand an Arbeit verbunden, schließlich will sie verdient sein. Die Aufstiegschancen sind je nach Großkanzlei verschieden, viele fragen bereits im Vorstellungsgespräch nach den eigenen Vorstellungen. Wer sich zum Ziel gesetzt hat Partner zu werden, der sollte daraus auch kein Geheimnis machen. Als Senior Associate bietet sich diese Möglichkeit auch in einer anderen Kanzlei.

Das Gehalt in der Großkanzlei
Ca. 80.000 € - 120.000 € im ersten Jahr, abhängig von der Kanzlei und den jeweiligen Boni. Ob ein Bonus gezahlt wird hängt von der jeweiligen Kanzlei ab. Um Deinen individuellen Marktwert zu ermitteln empfehlen wir Dir die kostenlose Gehaltsanalyse mit individuellem Auswertungsgespräch, in dem Du nicht nur erfährst, was Du als Gehalt bei der Verhandlung ansetzen kannst, sondern auch Tipps erhältst, wie Du es durchgesetzt bekommst.

 

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