Sapere aude! - Oder: Spart das Geld für das kommerzielle Rep!

von Dominik ·

Getreu der Interpretiation von Immanuel Kant kann "Sapere aude!" mit den Worten "Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" übersetzt werden. Diesen Satz scheinen die Repetitoren bei den kommerziellen Reps anscheinend nicht gebührend gewürdigt zu haben, glauben diese doch, dass der Student - der durch die Repetitoren erst richtig Angst vor dem Examen bekommt - einen "Vorbeter" bzw. jemanden, der ihnen den Stoff in kleinen Portionen verabreicht, nötig hat.

Dieser Blog-Eintrag soll ein Plädoyer für eine eigenständige Examensvorbereitung ohne den Besuch eines kommerziellen Reps sein.

Die Entscheidung trifft irgendwann jeden Jura-Studenten: Vage ich die Examensvorbereitung komplett ohne ein kommerzielles Rep, zumindest mit einem universitären Rep oder besuche ich ein kommerzielles Rep?

Es sei nicht verheimlicht, dass ich selber ein universitäres Rep besuche, welches vom Umfang her auf die Examensanforderungen zugeschnitten ist und in dem wöchentlich eine 5-stündige (häufig Original-)Examensklausur unter Examensbedingungen geschrieben werden kann. Besonders lobenswert sei hervorgehoben, dass keine Einzelprobleme oder große Streitigkeiten gelehrt werden, sondern Wert darauf gelegt wird, dass das Grundwissen (also das essentielle Handwerkszeug der angehenden Juristen) sitzt! Diese Veranstaltungen halte ich für vollkommen ausreichend für die Examensvorbereitung. Natürlich gibt es dabei Differenzen im Umfang zwischen den Reps der einzelnen Universitäten Deutschlands.

Weiterhin bleibt die These, dass - unnabhängig davon, welches kommerzielle Rep man besucht - der Besuch nicht notwendig ist und nur deine Kassen für den wohlverdienten Urlaub nach dem Examensstress leert.

Das kann ich hier natürlich nicht so stehen lassen, die Begründung folgt nun:

Zum Einen haben wir in Niedersachsen den glücklichen Umstand, dass in § 16 der Prüfungsordnung sehr umfassend das beschrieben wird, was wir an Voraussetzungen für das (schriftliche) Examen mitbringen müssen. Diesen Paragraphen sollte sich jeder angehende Jurist (mindestens) einmal gemütlich zu Gemüte geführt haben. Wer das getan hat, weiß, was er in nächster Zeit zu lernen hat. Diesen Paragraphen werden auch alle Repetitorien gelesen haben und ihr Kursprogramm daran ausgerichtet haben. Aber muss man diese dafür dann bezahlen, dass sie einen Paragraphen lesen und den unwichtigen Stoff aussortieren? Das sollten wir als angehende Juristen aber auch selbst können.

Nun überdehnen manche Repetitorien diesen Paragraphen aber auch: Ich saß letztens in einem Rep und durfte mir dort sagen lassen, dass die Brandstiftungsdelikte (§§ 306 ff. StGB) im niedersächsischen Examen keine Rolle spielen würden und diese deshalb im Kursprogramm keine Rolle spielen würden - man wolle ja keinen unnötigen Ballast erzeugen. Das wurde daraus abgelesen, dass in § 16 der Prüfungsordnung die Brandstiftungsdelikte nicht explizit genannt wären. Trotzdem können diese durchaus eine Rolle spielen, allein im Hinblick auf die mündliche Prüfung. Darüber hinaus nehmen diese Delikte allein in der universitären Ausbildung einen zu großen Raum ein, als dass diese gar keine Rolle spielen könnten - ich selbst habe eine gesamte Hausarbeit in der großen Übung im Strafrecht nur über Brandstifungsdelikte geschrieben.

Generell gegen alle Formen des Repetitorium (auch das universitäre!) spricht ganz einfach die Tatsache, dass selbst der erfahrendste Repetitor uns Studenten das Lernen nicht wird abnehmen können. Jeder muss sich selbst an seinen Schreibtisch setzen und Gesetze nachlesen, ein Lehrbuch oder Kommentar zur Hand nehmen und die Strukturen, die hinter dem jeweiligen Gesetz stecken, begreifen. Anstatt mich also erstmal bis zu 4 Std. hintereinander irgendwo hinzusetzen und einem Repetitor versuchen zuzuhören (nach spätestens 2 Stunden muss die Konzentration doch am Ende sein, sodass man nur noch regungslos dort sitzt, oder?), kann ich in dieser Zeit doch viel besser selbst aktiv werden und mir die Strukturen versuchen selbst beizubringen. Zumal es einen immensen Ansporn gibt, wenn man hinterher sagen kann, dass man etwas selbst erarbeitetes verstanden hat und die Übungsklausur dieses Ergebnis wiederspiegelt.

Darüber hinaus verführt gerade das kommerzielle Rep dazu sich zurückzulehnen und vorschnell die Aussage zu tätigen, dass man ja schon alles beigebracht bekommt, was man braucht, man bezahlt mehr als genug dafür. Wenn das Ergebnis dann nicht entsprechend den Vorstellungen ist, ist der Repetitor Schuld und die Verantwortung wird auf diesen geschoben! Man selbst saß ja immer schön brav in der Veranstaltung des Reps und trotzdem hat es nicht geklappt. Der Repetitor kann einen mit noch so viel Material zuschütten und noch diverse Zusatzkurze- und Veranstaltungen anbieten (Stichwort Kostenfaktor: Rep ca. 1800 EUR + spezielle Kurse vor dem Examen, ca. 200 EUR + diverse zusätzliche Skripte, ca. 100 EUR = 2100 EURO!!), das entscheidende ist und bleibt das selbstständige Erarbeiten und Begreifen des Stoffes - die Teile, die der Repetitor für einen aber gerade nicht übernehmen kann!

Darüber hinaus habe ich selbst von beiden Repetitorien probeweise an den Klausurenkursen teilgenommen. - Beide Klausurenkurse kamen der Examensrealität in keinster Weise nahe. Bei dem Einen waren die Klausuren viel zu umfangreich, sodass diese in fünf Stunden kaum machbaren waren und bei dem anderen waren die Klausuren viel zu kurz und enthielten häufig nur einen einzigen Problemschwerpunkt. Der einzig vernünftige Weg führt nur über den Examensklausurenkurs der Uni selbst. Dort werden schon gelaufene Originalexamensklausuren gestellt, so dass man sich ein realistisches Bild von den Anforderungen im Examen machen kann - und das quasi auch noch gratis! Man hat den Klausurenkurs schon mit den Studienbeiträgen bezahlt!

Nimmt man das alles zusammen, so sei einem jeden Jura-Studenten empfohlen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und auf den Besuch eines kommerziellen Reps zu verzichten. Denken können wir alle selbst, dazu brauchen wir keinen Repetitor! Für Personen, die nicht ganz ohne Rep und einem klaren Programm in die Examensvorbereitung gehen wollen, sei der Besuch eines universitären Reps ans Herz gelegt.

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Kommentare

admin
Di, 26/03/2013 - 21:15

Super Beitrag - ich sehe das sehr ähnlich und werde wohl auch auf ein bezahltes Rep verzichten; hat ja der Typ aus Baden-Württemberg auch so gemacht Wink

Gleichwohl ist das auch sicher alles Geschmackssache. Ich denke, dass es viele gibt, die vor allem die Sicherheit brauchen, die ein bezahltes Rep (vielleicht auch nur vermeintlich) bietet...

Alex
Di, 26/03/2013 - 22:24

Ich sehe das vollkommen anders. Ich bezahle mein Rep sogar sehr gerne, weil ich der festen Überzeugung bin, dass es Inhaltlich wesentlich besser aufgebaut ist und von den Fällen aktueller ist! Ist nürlich nicht ganz günstig, dass ist mir natürlich auch klar, jedoch denke ich schon, dass es sich lohnt.

Gast
Fr, 29/03/2013 - 12:04

Ich kann diesem Beitrag nur wenig abgewinnen. Vorweg: Selbstverständlich ist es möglich und auch völlig in Ordnung, die Examensvorbereitung ohne kommerzielles Repetitorium zu absolvieren. Anstatt die Vor- und Nachteile von kommerziellen und universitären Repetitor abzuwägen, stempelt der Autor das kommerzielle einfach als schlecht ab. Das ist besonders deshalb überheblich, weil er offensichtlich selber noch kein Examen in der Tasche hat. Ob sein Weg der Vorbereitung ein effektiver und erfolgreicher ist, steht also noch in den Sternen.

Aber auch die Argumente, die hier gegen ein kommerzielles Repetitorium einbracht werden, sind ziemlich platt.
Jedem Studenten muss klar sein, dass er selbstständig lernen muss. Ich weiß nicht, wieso die Gefahr, das schleifen zu lassen, im bezahlten Repetitorium größer sein sollte.

Auch frage ich mich, wie der Autor beurteilen möchte, welche Klausuren die Examenswirklichkeit eher treffen, wenn er selber noch kein Examen geschrieben hat. Ganz davon abgesehen, dass die Klausuren der Universität für gewöhnlich von jedem Studenten, auch von Teilnehmern von bezahlten Repetitorien, genutzt werden können.

Auch ist es völlig legitim, dass die Repetitoren (vielleicht nicht nur aufgrund von § 16 sondern auch wegen ihrer langjährigen Erfahrung) die Brandstiftung nicht durchnehmen. Wenn man es, wie der Autor hier sagt, ohnehin nur für die mündliche Prüfung braucht, hat man nach den Klausuren noch vier Monate Zeit, sich den Stoff anzueignen. Mal davon abgesehen, dass auch Professoren schon erwähnt haben, dass Brandstiftung im ersten niedersächsischen Examen keine Rolle spielt und es die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, dass man in der mündlichen Prüfung dann plötzlich die tiefsten Probleme der Brandstiftung erläutern muss.

Für eine vernünftige Vorbereitung hilft § 16 sicherlich nur bedingt. Welche Themen tatsächlich häufig in Klausuren vorkommen, lässt sich am besten durch Erfahrungswerte feststellen. Auch hat man bei der Masse an Stoff keinen Überblick, welche Probleme wirklich in Klausuren dargestellt werden sollen, und was eher unwichtig ist.

Ich will überhaupt nicht sagen, dass es schlecht ist, auf ein kommerzielles Repetitorium zu verzichten. Ich denke aber nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt, wie der Autor hier weiszumachen versucht.

Gast
Fr, 29/03/2013 - 13:35

Dem kann ich nur beipflichten. Mir ist nicht ganz klar, wie jemand, der noch nie selbst in einer Examensklausur gesessen hat, allgemeingültig sagen kann, was der beste Weg der Vorbereitung ist. Die Wahrheit ist, dass es auf die Frage "kommerzielles Rep - ja oder nein?" keine allgemeingültige Antwort gibt, weil es schlicht eine Typfrage ist. Wer sich selbst motivieren und das Lernen systematisieren kann, kann sicherlich auf ein Repetitorium verzichten bzw. sich mit dem Uni-Rep begnügen. Wer dazu aber nicht über 1-1,5 Jahre in der Lage ist, was auf die meisten zutreffen dürfte, für den ist ein kommerzielles Rep. eine große Hilfe. Nicht nur bzgl. der Motivation, sondern auch was die Systematisierung und Schwerpunktsetzung im Stoff angeht. Brandstiftung ist da ein gutes Beispiel. Aber eben nur eines. Wer sich seit 20 Jahren oder länger mit dem 1.Examen und dem geprüften Stoff beschäftigt, darf sich sicher auch eine Prognose erlauben und auch aussprechen, was wahrscheinlicher und was weniger wahrscheinlich vorkommt.

Ich habe sowohl das Uni-Rep (für einige Monate) als auch ein Kommerzielles Repetitorium besucht und obendrein sogar schon das Examen geschrieben und kann mir deshalb auch ein Urteil darüber erlauben, welcher Weg der Vorbereitung für mich persönlich(!) der bessere war und das war das kommerzielle Rep. Das Uni-Rep war nicht mehr als eine auf das Examen zugeschnittene Vorlesung. Ein wirklicher Austausch oder eine Diskussion hat nicht stattgefunden. Man muss schon ein großes Maß an Eigeninitiative mitbringen, um unter diesen Voraussetzungen zu einem ordentlichen Examensergebnis zu kommen. Solche Leute gibts, keine Frage, aber sie stellen nicht die Mehrheit.

Ich kann deshalb nur davor warnen, diesen Artikel allzu ernst zu nehmen. Der Autor kennt die Examensrealität nicht und verbreitet ganz offensichtlich nur seine eigene, nicht besonders differenzierte Ansicht zum Thema Examensvorbereitung.

Mein Tipp: Schaut euch das Uni-Rep an, geht zum Probehören bei den Kommerziellen und sprecht mit Leuten, die beides auch wirklich erlebt und damit das Examen absolviert haben. Dann klappts auch mit dem Prädikat.

admin
Fr, 29/03/2013 - 14:48

Unabhängig von dem Streit über die Vor- und Nachteile eines bezahlten Reps, verstehe ich das Argument nicht, dass eine diesbezügliche Meinung recht eigentlich nur dann akzeptabel sein soll, wenn das Examen bereits geschrieben ist.

Hinterher sagen zu können, die Klausuren liefen super, das Rep war da die perfekte Vorbereitung, ist genauso möglich wie sagen zu müssen, die Klausuren liefen schlecht und das Rep war Schuld daran, weil es mich nicht akkurat vorbereitet hat.

(Da bieten die bezahlten Reps den Vorteil, die Schuld wenigstens zum Teil auf das Rep schieben zu können; vielleicht mach ich ja doch eins Smile )

Tatsächlich muss doch eigentlich die Frage beantwortet werden, wie man sich selbst am besten auf das Examen vorbereitet; was im Examen für Klausuren aufwarten, ist doch davon eigentlich vollkommen unabhängig. Können sollte man dann eh alles, was verlangt wird.

Daher finde ich es fragwürdig, zu sagen - der Autor hätte das Examen noch nicht geschrieben und dürfe sich deswegen eigentlich keine Meinung darüber erlauben, welches der - für ihn - besten Weg der Vorbereitung ist, obschon er selbst mitten in dieser steckt.

Gast
Fr, 29/03/2013 - 15:41

Ganz einfach: Sicherheit darüber, ob die Vorbereitung die richtige war, hat man erst hinterher. Erst dann kann man beurteilen, ob man sich ausreichend vorbereitet hat, ob man sich mit dem richtigen Stoff auseinander gesetzt hat, ob man das richtige Gleichgewicht zwischen Klausuren schreiben und nachlernen gefunden hat. Denn erst, wenn man sein Ergebnis sieht, sieht man auch den Erfolg der Vorbereitung.

Dass sich jemand während seiner Vorbereitungszeit als gut oder schlecht einstuft, kann auch einfach eine Fehleinschätzung sein.

Natürlich muss jeder sich schon vor dem Examen damit beschäftigen, was für ein Repetitorium er besucht und wie er sich seiner Meinung nach am besten Vorbereiten kann. Eine Empfehlung ist aber erst nach Durchlaufen des Examens wirklich gehaltvoll. Oder empfiehlst du ein Buch, ohne es gelesen zu haben?

admin
Fr, 29/03/2013 - 15:58

... nein Spaß bei Seite, ich lese in der Regel sehr viel.

Selbstverständlich kann man erst nach dem Examen beurteilen, ob der jeweilige Weg erfolgreich war; aber das ist doch unabhängig von der gewählten Art und Weise der Vorbereitung. Außerdem stuft er sich selbst mit keinem Wort als gut oder schlecht ein.

Er schreibt eigentlich nur, welche Gründe aus seiner Sicht der Dinge gegen ein bezahltes Rep sprechen. Und jetzt einmal unabhängig von dem selbst bevorzugten Weg - die Gründe sind zum Teil nicht unbedingt von der Hand zu weisen.

Und nehmen wir mal an, ich besuche ein bezahltes Rep, arbeite vernünftig nach und verlasse mich darauf, dass mir sozusagen der inhaltliche Umfang, den ich beherrschen muss, vermittelt wird. Dann sitze ich in den Klausuren, bekomme Sachen, die mir überhaupt nicht liegen, habe Pech oder sonst was. Würdest Du dann sagen: Derjenige ist zwar durch seine Klausuren durchgefallen, aber er hat ein bezahltes Rep besucht, jetzt kann er sich ja ne objektive Meinung darüber erlauben, ob das Rep gut war oder nicht?

Ich finde nicht, dass die Argumente für oder gegen eine Methode, sich auf das Examen vorzubereiten, unbedingt davon abhängen, dass man das Examen geschrieben hat. Dass man nachher immer schlauer ist, ist doch klar! Aber das gilt für die eine wie für die andere Methode.

admin
Fr, 29/03/2013 - 16:08

Wie wäre es, wenn einer der obigen Kritiker mal einen eigenen Blogbeitrag über seine Erfahrungen in der Vorbereitung schreibt. Diese beiden Artikel könnte man untereinander verlinken, um Studenten, die sich mit dieser Frage beschäftigen, beide Seiten zu präsentieren. Denn eine Sache ist wohl unbestritten: Es gibt diese beiden Wege und jeder muss sich für sich für einen der beiden Wege entscheiden!

Gast
Fr, 29/03/2013 - 16:14

Ich habe auch nicht behauptet, dass er sich als gut oder schlecht vorbereitet darstellt. Die Sache ist nur die: Hätte er das Gefühl, er wäre momentan schlecht durch das Uni-Rep vorbereitet, würde er seinen Weg wohl kaum empfehlen, oder? Das heißt, er schätzt die Chancen mit dem Uni-Rep und seiner Art der Vorbereitung dem Examen gewachsen zu sein, zumindest als ausreichend ein.

Da er aber überhaupt nicht weiß, wie ein Examen läuft, was einzelne Prüfer von einem erwarten, wie tatsächlich die Klausuren korrigiert und bewertet werden, da er die Klausuren noch nicht geschrieben hat, keine Ergebnisse und Einsichtnahme hat, fehlt ihm meines Erachtens die Urteilskraft darüber, welches Rep oder allgemein welche Art der Vorbereitung sich eignet.

Das hat doch wohl jeder schon mal erlebt, dass man sich gut oder schlecht vorbereitet gefühlt hat und letztendlich vom Ergebnis überrascht war. Deshalb sollte man für eine (so einseitig und undifferenzierte) Empfehlung zumindest sagen können: Bei mir hat das so funktioniert.

Zu den Gründen, die meines Erachtens schwach sind (ich habe lieber ein zufriedenstellendes Examen als eine Woche Malle nach den Klausuren), habe ich ja oben schon einiges geschrieben. Um nochmal auf seinen Beitrag Bezug zu nehmen: Es ist deutlich leichter, Stoff, den man erklärt bekommt, nachzuarbeiten, als ihn sich komplett selber beizubringen. Wieso sollte man sich diese Hilfe (ob durch die Uni oder durch kommerzielles Rep) nicht gönnen?

admin
Fr, 29/03/2013 - 16:38

... ist Examen nicht gleich Examen. Und deine Argumentation könnte man jetzt eigentlich eher pro Uni-Rep werten, denn dort sitzen in der Regel zumindest die potentiellen späteren Prüfer.

Ich würde zudem vermuten, dass man unabhängig davon, ob der Weg dahin tatsächlich gut war oder nicht, bei positiven Ergebnissen den eingeschlagenen Weg als den richtigen ansehen wird.

Das heißt - wenn jemand sein Examen mit bezahltem Rep gut bestehen sollte, dann hat seine Beurteilung über den Weg erstens nichts mit dem Examen oder der Situation an sich zu tun, sondern mit dem Ergebnis dessen. Gleiches gilt natürlich für den umgedrehten Fall oder die andere Methode.

Ansonsten würde ich die Diskussion wieder auf das hier Wesentliche zurückführen wollen: den Weg dorthin. Und hier wär es klasse, einen Beitrag zu haben, der die andere Seite schildert. Das würde zu einer vernünftigen und umfassenderen Information der Leser führen und das ist sicher das richtige...

Dominik
Fr, 29/03/2013 - 16:26

Zu den kritischen Bemerkungen und Kommentaren möchte ich folgendes hinzufügen:

Es ist vielleicht tatsächlich nicht deutlich genug geworden (auch durch meine Wortwahl "... empfehle ich..."), dass das eigtl. nur eine total subjektive Einschätzung und Darstellung sein soll - mehr nicht. So habe ich es bisher erlebt!

Selbstverständlich wird den meisten Jura-Studenten klar sein, dass sie selbstständig zu lernen haben. ABER: Beim UniRep - zumindest hier vor Ort - wird Einem nur ein Bruchteil des Materials ausgehändigt, die es bei einem kommerziellen Rep gibt. Bei diesem bekommt man ausformulierte Lösungen, viel Material, Übersichten usw. Beim uni-eigenen Rep gibt es das zwar ansatzweise auch, aber die Lösungen sind als "Lösungshinweise" oder Skizzen zu betrachten, die Übersichten sind sehr grob gehalten und werden nur sehr sperlich ausgegeben, sodass man zwangsläufig gezwungen wird sich selbst hinzusetzen und sich passendes Material zu suchen und nicht gleich alles auf dem Präsentierteller serviert bekommt, wie es beim kommerziellen Rep der Fall ist.

Wie ich die Examensrealität einschätze? Ganz einfach: Im Uni-Rep werden in jeder Sitzung original Examensfälle besprochen und im Klausurenkurs werden Original-Examensfälle geschrieben, die ausführlich besprochen werden. Anschließend werden die Lösungsskizzen allen Personen zur Verfügung gestellt. Dadurch bekommt man nach einem halben Jahr Rep schon einen guten Eindruck davon, was tatsächlich verlangt wird und kann dies mit den sonstigen angebotenen Klausurenkursen vergleichen. Weiterhin bietet gerade das UniRep - das ist mir von den kommerziellen Reps bisher so nicht bekannt - sowohl Simulationen von mündlichen Prüfungen an als auch sog. "Intensivklausurenkurse", in denen 6 Klausuren unter Examensbedingungen hintereinander weggeschrieben werden! - Ich finde, dass man besser auf das Examen eigentlich gar nicht vorbereitet werden kann.

Natürlich würde ich selbst auch lieber ein gutes Examen schreiben und dafür auf viele weitere Dinge verzichten und deshalb komme ich ja auch zu dem klaren Schluss, dass das Unirep dafür super ist, denn dort bekommt man auch Material, aber muss sich vieles selbst erarbeiten - genau die richtige Mischung (es sei betont: Meiner Ansicht nach!)

Dominik
Fr, 21/06/2013 - 16:59

"Das OLG Hamm lehnte den Anspruch auf Bezahlung des kommerziellen Reps durch den Vater der Klägerin i.H.v. 190 EUR pro Monat ab und verwies auf die Möglichkeit, das kostenfreie Universitätsrepetitorium zu besuchen."

http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/olg-hamm-beschluss-6-wf-298-12-kindesunterhalt-mehrbedarf-privates-repetitorium/

Und Deine Meinung zu »Sapere aude! - Oder: Spart das Geld für das kommerzielle Rep!«

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