dolus antecedens

V. Dolus antecedens

Weiterhin unbeachtlich bleibt der sogenannte dolus antecedens, nach dem der Vorsatz zwar irgendwann einmal gefasst wurde, dieser jedoch zum Zeitpunkt der Tatbegehung nicht mehr bestand. Auch hier fehlt es an der Koinzidenz von Vorsatz und Tatbegehung.1

  • 1. Wessels/Beulke, AT, § 7, Rn. 206.; auf dieser Linie auch Krey/Esser, AT, § 12, Rn. 405.; ähnlich Kühl, AT, § 5, Rn. 21f.; Kindhäuser, AT, § 13, Rn. 8.; Roxin, AT I, § 12, Rn. 89.

E. Zeitpunkt des Vorsatzes

Als maßgeblicher Zeitpunkt für das Vorliegen des Vorsatzes ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt der „Tatbegehung“ abzustellen. Diese Regel wird auch mit dem Begriff des Koinzidenzprinzips umschrieben, wenn die Gleichzeitig (= Koinzidenz) von Vorsatz und Tathandlung gefordert wird. Dass der Vorsatz bei Begehung der Tat gegeben sein muss, folgt insoweit aus § 16 Abs. 1 StGB, der das Vorliegen des Vorstazes „bei Begehung der Tat“ fordert. Dabei kommt es auf den Zeitpunkt des Erfolgseintritts jedoch nicht an, der Vorsatz muss die Tathandlung insoweit lediglich begleiten und nicht bis zur Vollendung „durchgehalten“ werden.1