§ 316a StGB - Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer

§ 316a Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer

(1) Wer zur Begehung eines Raubes (§§ 249 oder 250), eines räuberischen Diebstahls (§ 252) oder einer räuberischen Erpressung (§ 255) einen Angriff auf Leib oder Leben oder die Entschlußfreiheit des Führers eines Kraftfahrzeugs oder eines Mitfahrers verübt und dabei die besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs ausnutzt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(3) Verursacht der Täter durch die Tat wenigstens leichtfertig den Tod eines anderen Menschen, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren. 

Schema zum räuberischen Angriff auf Kraftfahrer, § 316a StGB

I. Tatbestand

1. Objektiver Tatbestand

a) Angriff auf Leib oder Leben bzw. Entschlussfreiheit eines

b) Führer eines Kraftfahrzeugs oder Mitfahrer

c) Ausnutzung der besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs

Täter muss die besonderen Verhältnisse im Straßenverkehr ausnutzen, d. h. er

muss eine sich aus dem fließenden Straßenverkehr ergebende, ihm eigentümliche

Gefahrenlage für den Kraftfahrzeugteilnehmer ausnutzen.

2. Subjektiver Tatbestand

a) Vorsatz

b) Absicht zur Begehung von §§ 249 (250), 252 oder 253, 255

II. Rechtswidrigkeit

III. Schuld

Beachte § 316a III StGB hinsichtlich einer strafschärfenden Qualifikation sowie § 316a II StGB hinsichtlich eines minder schweren Falls 

Vorlesung: 
Strafrecht BT II
Rechtsgebiet: 
Strafrecht
Zweittitel: 
Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, § 316a StGB
Video URL: 
http://static.jura-online.de.s3.amazonaws.com/media/video/00011001_promo.mp4

Führen eines Fahrzeugs

Von einem Führen ist dann die Rede, wenn das Fahrzeug in Bewegung gesetzt wird und die Räder anrollen. Ein Anlassen des Motors ist nicht ausreichend.

Quelle: 
Rengier, StrafR BT II, 15. Auflage München 2014, § 43 Rdn. 3; Lackner/Kühl, 28. Auflage München 2014, § 315c, Rdn. 3.
Rechtsgebiet: 
Strafrecht
Vorlesung: 
Strafrecht BT I

Ausnutzung der besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs (§ 316a StGB)

Hierunter versteht man verkehrsimmanente Gefahrenlagen, die für jeden Teilnehmer am Kraftfahrzeugverkehr typischerweise entstehen.

Quelle: 
BGH NJW 1965, 1168, 1169; BGHSt 18, 170, 171 = NJW 1963, 452, 453; BGHSt 38, 196, 197 = NJW 1992, 989
Rechtsgebiet: 
Strafrecht
Vorlesung: 
Strafrecht BT I

Angriff

Ein Angriff ist jede durch eine menschliche Handlung drohende Verletzung rechtlich geschützter individueller Güter oder Interessen.

Quelle: 
Beck'scher Onlinekommentar-StGB/Momsen, 23. Edition, München 22.07.2013, § 32 Rn 17.
Paragraphen: 
§32 StGB
Rechtsgebiet: 
Strafrecht
Vorlesung: 
Strafrecht AT
Stichwortverzeichnis: 

Vorsatz

Vorsatz ist das Wissen und Wollen des rechtswidrigen Erfolgs.

Quelle: 
Creifelds, "Rechtswörterbuch", 21. Auflage München 2014, S. 1381.
Rechtsgebiet: 
Zivilrecht
Vorlesung: 
Sonstiges Zivilrecht (inklusive Prozessrecht)