Was macht man eigentlich im Referendariat

Überblick über das juristische Referendariat

Das Examen ist geschrieben, bestanden und gefeiert - nun geht es ins Referendariat. Aber: Was macht man eigentlich im Referendariat? Das Referendariat ist der praktische Teil der Ausbildung zum Volljuristen, ihr sollt während der einzelnen Stationen mit eurem späteren Beruf vertraut gemacht werden. Euch erwartet eine 24-monatige spannende Zeit mit vielen neuen, unbekannten Dingen...
 
Die Reise beginnt bei dem Oberlandesgericht bei dem ihr euch beworben habt. Denn die Wahl des OLG und damit des Bundeslandes in dem ihr eurer Referendariat ableisten wollt, liegt bei euch. Habt ihr zum Beispiel in Hamburg eurer Examen geschrieben und bestanden, könnt ihr euch in München, Hamm oder Düsseldorf für das Referendariat bewerben. Einzige Ausnahmen bilden Berlin und Köln: Berlin vergibt die Referendariatsplätze zunächst nach Leistung, dann zu 80% an Landeskinder und erst die restlichen 20% an die übrigen Bewerber. Köln hingegen vergibt die Plätze nach der Landeskinderregelung. Hierfür müsst ihr einen dauerhaften Bezug zum OLG-Bezirk nachweisen. Dieser kann z.B. durch eine mind. 2 Jährige Zeit eures Wohnsitzes im OLG-Bezirk Köln schon gegeben sein.

 

Stammdienststellen und andere neue Dinge

Ist das Bundesland und damit das OLG ausgewählt und euch ein Platz zugewiesen worden, geht es ans Eingemachte. Nun erfolgt die Zuweisung an ein Landgericht, dieses ist dann eure Stammdienststelle. Über diese Dienststelle läuft alles was das Referendariat betrifft: Zuweisung an Ausbilder, Urlaubsanträge, Termine für Arbeitsgemeinschaften.

In den meisten Bundesländern beginnt die Vorbereitungszeit mit der Zivilstation. Das für euch zuständige Landgericht weist euch eurem Ausbilder zu. Die Zivilstation beginnt mit einem Einführungslehrgang der meist zwischen zwei und vier Wochen dauert. Hier lernt ihr die Praxis das erste Mal aus der Nähe kennen. Denn während das Studium der Vermittlung des theoretischen Wissens diente, ist nun die Praxis euer täglicher Begleiter. Hier ist auch der Knackpunkt der einen Einführungslehrgang nötig macht: In der Praxis sind Meinungsstreitigkeiten oder der Gutachtenstil nicht mehr relevant. Vielmehr lernt ihr nun den Urteilsstil kennen und die Arbeitsweise von Praktikern wie z.B. Richtern, Staatsanwälten und Anwälten.

 

Die Referendariats - Stationen im Überblick

Die Zivilstation wird an einem Amts- oder Landgericht absolviert. Dazu werdet ihr eurem Ausbilder zugeteilt, einem Zivilrichter. Zwischen vier und fünf Monate werdet ihr hier zumeist mit allgemeinen Zivilrechtssachen betraut sein.
Im Anschluss daran geht es in die Strafrechtsstation. Diese wird entweder bei einem Staatsanwalt oder bei einem Strafrichter abgeleistet. Sie dauert - je nach Bundesland - zwischen drei und vier Monate.

Die nächste Station - die Verwaltungsstation - bietet euch mehr Wahlmöglichkeiten. Ihr könnt sie bei einer Behörde, einem Verwaltungsgericht und in einigen Bundesländern an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer ableisten. Sie dauert drei Monate.

Nun, da knapp die Hälfte des Referendariats rum ist, geht es in die Anwaltsstation. Hier werdet ihr entweder einem Anwalt zugeteilt oder aber ihr dürft euch selbst einen Ausbilder suchen. Das schöne an dieser Station ist: Ihr könnt mit der Wahl des Ausbilders gleichzeitig auch ein Rechtsgebiet wählen. Die Anwaltsstation dauert zwischen vier bis acht Monate. In den meisten Bundesländern wird am Ende der Anwaltsstation auch das 2. Examen geschrieben. Damit ist das Referendariat aber noch nicht zu Ende. Im Anschluss an die Klausuren beginnt die Wahlstation. In einigen Bundesländern ist sie an ein Wahlpflichtfach geknüpft. In jedem Fall aber hast du hier die größte Auswahl und kannst sogar einen Auslandsaufenthalt während der ein- bis zweimonatigen Wahlstation einplanen.
 

Das Referendariat - ungeahnte Möglichkeiten

Während des Referendariats finden,begleitet zu den verschiedenen Stationen, Arbeitsgemeinschaften statt. In diesen wird der Urteilsstil und Klausurentechnik, sowie der Aktenvortrag geübt. Die Teilnahme und die Mitarbeit an den Arbeitsgemeinschaften werden benotet, genauso wie ihr auch von euren Ausbildern innerhalb der Stationen benotet werdet. Es lohnt sich also vollen Einsatz zu bringen!

Am Anfang des Refs werdet ihr auch Zeit haben eine Nebentätigkeit auszuüben. Das lohnt sich insbesondere für den Lebenslauf - und natürlich auch finanziell, Stundenlöhne ab 12,50 € winken für euren Einsatz. Wer also nebenher in einer Kanzlei oder in der Rechtsabteilung eines Unternehmens Erfahrungen sammeln kann, sollte diese mitnehmen.

Aber Vorsicht: Alle Nebentätigkeiten sind anzumelden und von eurer Stammdienststelle zu genehmigen. Genauso verhält es sich auch mit Urlaub. Während der ersten beiden Stationen besteht kein Anspruch auf Urlaub und danach will er gut geplant sein. Denn das Referendariat dauert zwar 24 Monate, es schliesst aber auch mit einem weiteren Examen. Und das will auch erstmal geschrieben werden.
 

Welcher Weg ist für mich der richtige?

Es ist nicht ganz einfach im Stress des ersten Examens sich einen Überblick über die Möglichkeiten des Referendariats zu verschaffen. Da die Bundesländer verschiedene Regelungen haben, ist es ratsam sich vor dem Referendariat über die jeweiligen Möglichkeiten zu informieren. Denn eine gute Entscheidung lässt sich nur dann treffen, wenn man auch alle Variablen kennt. Es lohnt sich daher frühzeitig die notwendigen Informationen zum Referendariat und den Besonderheiten des jeweiligen Bundeslandes einzuholen. Wir haben aus diesem Grund einen kostenfreien Workshop auf die Beine gestellt, der Dir genau dabei helfen soll!

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