Planung des Referendariats: Am Ende kommt es immer anders, als man denkt

Als ich nach dem ersten Staatsexamen ganz unbedarft von Bayern nach Hamburg gewechselt bin (übrigens war das nicht ganz unbedarft: Ich habe bereits bei meiner Absolventenfeier von einer Dame des bayrischen Justizministeriums den „nett gemeinten Hinweis“ erhalten, dass ich nicht glauben bräuchte, nach einem 2. Examen in den bayrischen Staatsdienst eintreten zu können. Hahaha) wurde ich an meinem ersten Tag direkt einmal von einem Zug überrollt.
 
Der Zug nennt sich in Hamburg – und wohl auch in den meisten anderen Bundesländern – Ref.-Planung. Was soll ich euch sagen? In Bayern sind die Stationen zeitlich vorgegeben und man muss sich – soweit ich mich noch erinnere – nur um die Anwaltsstation selbst kümmern. Alles andere ist quasi wie in der Schule mit Stundenplan. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass ich Bausteine gestaunt habe, als mir meine Kollegen am ersten Tag von ihren Triumphzügen, den gewonnenen Ausbildungsstellen und der Zusage für die Wahlstation erzählt haben.
 

Last Minute Planung

In meinem Fall war das am Ende aber alles gar nicht so schlimm. Allerdings hatte ich auch nicht allzu große Ambitionen, was meine Ausbildungsstellen anging.  Am wichtigsten war mir, dass meine Anwaltsstation in einer Großkanzlei sein wird, da ich relativ sicher war, nach dem Ref. in ebenso einer einzusteigen (auch hier: Haha. Hahaha) und dass meine Verwaltungsstation nicht ganz so öde sein wird. Daher hatte ich mich hierfür dann bei der Polizei beworben. Wie das so war, könnt ihr gerne in dem dazugehörigen Artikel nachlesen! Ich sage nur: Bombengürtel im Jobcenter.
 
Ich hatte am Ende, insbesondere auch mit meiner Last-Minute Wahlstation wirklich großes Glück, denn wirklich „großartige Stationen“, nach denen man sich vorstellen könnte, genau DA nach dem Ref. anzufangen, waren vorher nicht dabei. Das war mir aber ja aus dem Grund nicht so wichtig, dass ich ja vor und während des Refs. noch dachte, ich wüsste genau wo mein Weg danach hingehen wird. Doch dann kam natürlich alles anders.
 

Wonach Stationen auswählen? 

Abgesehen von dem offensichtlichen - worauf hast du Lust, was willst du unbedingt einmal praktisch erfahren und was kannst du dir für später vorstellen? – helfen in vielen Bundesländern Erfahrungsberichte über Ausbilder. Dort könnt ihr einsehen, ob der Ausbilder sich wirklich um die Ausbildung kümmert und beispielsweise Wert auf Aktenvorträge oder eigenständige Sitzungsvertretung legt. Sonst kann es durchaus passieren, dass man in einer Station einfach als billige, gut ausgebildete Arbeitskraft „benutzt wird“.
 
Außerdem könnt ihr euch auf Karrieremessen oder im Internet darüber informieren, ob eine Ausbildungsstelle auch zusätzliche Vorteile für Referendare anbietet. Hier sei zum Beispiel auf Englisch- und Klausurenkurse oder Repetitorien hingewiesen.
 
Und zum Ende noch eins: Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch wenn euch Justus erzählt, dass er schon vor dem ersten Examen seine Wahlstation in New York mit gleichzeitigem LL.M. fix gemacht hat. Auch wir Normalos schaffen es durch das Ref. und das Examen. Auch wenn wir mit der Planung Last Minute unterwegs sind.
Alles Liebe,
eure Luisa
 

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