Nebenbei Geld verdienen im Referendariat? Welche Möglichkeiten gibt es?

Einblick in offene Stellen für Studenten & Referendare bei spannenden Kanzleien 
Nachdem wir im ersten Teil dieses Beitrags einmal generell über die Nebenjob Situation im Referendariat gesprochen haben, möchte ich euch nun die üblichsten Nebenjobs mit Vor- und Nachteilen einmal vorstellen.
 
Wie bereits in Teil 1 erwähnt müsst ihr bei der Wahl eures Nebenjobs immer auf die Vorgaben eures Bundeslandes achten. Sowohl im Hinblick auf Zeitaufwand, Abhängigkeit von Stationsnoten oder Verdienstgrenzen gilt in Bayern etwas komplett Anderes als in Hamburg.
 
So, nun aber die häufigsten Nebenjobs im Referendariat in Kurzform: 
  • Wiss.Mit. in der Kanzlei in der ihr eure Anwaltsstation später macht: Ihr könnt dabei insbesondere mehrere Kreise schließen beziehungsweise Bereiche miteinander verbinden.So lernt ihr das Team schon im Vorhinein kennen und könnt vielleicht über den Wiss.Mit. Vertrag schon einige Verhandlungen hinsichtlich Arbeitstage/Gehalt/ Wahlstation für später vornehmen.
  • Wiss.Mit. in einer weiteren Kanzlei: Solltet ihr euch schon relativ sicher sein, später den Anwaltsberuf ergreifen zu wollen, könnt ihr selbstverständlich auch in eine andere Kanzlei gehen, um dort ebenfalls ein wenig zu schnuppern und vielleicht sogar Fuß zu fassen und damit möglichst viele Teams und Arbeitsweisen kennenlernen.
Achtung bei Kanzleien: Viele Kanzleien wünschen sich Wiss.Mits für 3 oder mehr Tage pro Woche. Das ist nur in den wenigsten Fällen mit eurem Referendariat und den Stationen vereinbar beziehungsweise in den meisten Bundesländern so auch nicht vorgesehen. Unbedingt vorab klären und dann auch klar so kommunizieren. Wir waren beispielsweise bei unsere Wiss.Mit. Stelle die einzigen beiden Referendare, die je diese Stelle als Minijob (450 €) betrieben. Aber nur so war das für uns rentabel (Steuer/ Anrechnung an die Unterhaltsbeihilfe).
  • Klausuren korrigieren (privat oder an einem Lehrstuhl): Viele Referendare korrigieren Übungsklausuren von Studenten. Freie Stellen hierfür bieten sowohl die einschlägigen Repetitoren als auch Lehrstühle an. Für die private Stelle müsst ihr relativ gute Noten vorweisen. Für die Lehrstuhlstelle dürfte es hingegen von Vorteil sein, wenn ihr schon als Student an diesem Lehrstuhl tätig wart. Allerdings ist es auch möglich, auf selbstständiger Basis Klausuren zu korrigieren. Dazu einfach mal an der Universität in eurer Stadt nachfragen!  
  • Lehrstuhlstelle: Aus meiner Erfahrung würde ich eine Lehrstuhlstelle, wenn auch beispielsweise nur eine ¼ Stelle, nicht empfehlen. Oftmals muss dort in Stoßzeiten (Klausurerstellung/Aufsicht/Korrektur, sowie herannahende Abgabetermine von Aufsätzen oder Neukommentierungen) wesentlich mehr gearbeitet werden, als eigentlich per Vertrag vorgesehen ist. 
Insgesamt kann ich euch folgende, allgemeine Tipps mit auf den Weg geben: Nebenbei Arbeiten ist absolut machbar, auch wenn der Bib- und Buschfunk anderes behauptet. Achtet bei der Wahl eures Nebenjobs neben der Zeit, die ihr dafür aufwenden müsst immer auch auf die Zuverdienst- und die Steuergrenzen und verliert bei der Wahl eurer Stelle den Blick für die Zukunft nicht. Wenn Du nach einer besonderen Anwalts- oder Wahlstation, einem besonderen Praktikum oder erster Arbeitserfahrung neben dem Studium/Referendariat suchst, dann findest Du hier den perfekten Überblick: Stellenüberblick für Studenten & Referendare

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