Die heiße Phase beginnt – Meine Vorbereitung auf das erste Staatsexamen

Blogreihe aus dem Referendariat von Bella Fiedler

Nachdem ich mich entschieden hatte ein Repetitorium, genauer gesagt Alpmann Schmidt Bayern, zu besuchen, dachte ich, der Rest komme dann schon irgendwie von selbst – ich ging also davon aus, nun die juristische Erleuchtung von heute auf morgen zu bekommen.
Während des Studiums habe ich glücklicherweise immer alles beim ersten Mal bestanden, lediglich bei meiner Strafrechtshausarbeit bin ich durchgefallen, weil ich mich dazu entschieden hatte, lieber ein paar Wochen durch die USA zu reisen, anstatt mich mit irgendeiner „Einwilligung in die Körperverletzung“ zu befassen. Die Hausarbeit ist dementsprechend bei mir eher semi-gut ausgefallen. Das war es aber auch schon mit den Niederlagen, dann wird ja wohl das Examen schon werden.

Nun ja, das Rep ging also los – dreimal die Woche und zusätzlich eine fünfstündige Klausur. Blöd war nur, dass ich zum Zeitpunkt des Reps eben noch die Strafrechtshausarbeit wiederholen musste, bei der ich einige Semester zuvor durchgefallen war. Außerdem hatte mir die Hausarbeit im Öffentlichen Recht gefehlt und meine Seminararbeit für den Schwerpunkt wollte ich auch noch schreiben. Ich rate Dir, dass Du Deine Scheine komplett abschließt, bevor Du mit dem Rep beginnst, damit Du Dich nur darauf konzentrieren kannst. Dadurch, dass ich noch die zwei Hausarbeiten und die Seminararbeit schreiben musste, konnte ich mich nicht allein auf die Examensvorbereitung konzentrieren und somit hat mich das in der Nacharbeit der Rep-Fälle extrem zurückgeworfen. Natürlich gibt es Studenten, für die es wahrscheinlich kein Problem darstellt, viele Dinge parallel zu machen – ich konnte mich da leider nicht dazuzählen. Trotzdem hatte ich mit dem Repetitorium angefangen und ich wollte so gut es geht am Ball bleiben, musste aber relativ schnell feststellen, dass alleine die Anwesenheit im Rep nicht ausreicht.


Die Repetitoren haben umfangreiche Fälle mit uns besprochen, die Du anschließend unbedingt nacharbeiten solltest, weil Du wahrscheinlich viel Neues dazulernst, von dem Du während des Studiums noch nicht einmal etwas gehört hast. Natürlich konnte ich jederzeit Fragen stellen, auch solche, die nichts konkret mit dem letzten Fall zu tun hatten. Übrigens bietet die Uni meist auch eine Examensvorbereitung an, die ich vor allem für das Schreiben von Klausuren genutzt habe. Im Prinzip musst Du selbst entscheiden, welcher Lerntyp Du bist, d.h. ob Du etwas genau erklärt bekommen magst oder, ob Du Dir alle Themen eher selbst erarbeiten möchtest. Ich habe einen roten Faden gebraucht, an dem ich mich orientieren konnte.
Mein Alltag sah so aus, dass ich von Montag - Freitag gelernt, samstags eine Klausur geschrieben und den Sonntag zum Ausruhen genutzt habe. Solche Erholungstage sind enorm wichtig, finde ich, um auch abschalten zu können. Mir ist das sehr schwergefallen, da ich immer ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich mich gerade nicht mit etwas Juristischem beschäftigt habe. Ich denke, so wird es wohl den meisten Jurastudenten gehen. Gelernt habe ich übrigens meistens in der Bibliothek, weil ich so Zugriff auf die neueste Literatur hatte, aber auch nicht so leicht abgelenkt werden konnte. Ich war nach einem Jahr Repetitorium aufgrund der nachzuholenden Hausarbeiten nicht bereit, direkt ins Examen zu gehen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mich noch intensiver auf das bevorstehende Examen zu konzentrieren.
Klar war das sehr zeitaufwendig noch einmal alle Rep-Fälle durchzugehen und weiterhin einmal die Woche Klausuren zu schreiben, aber im Endeffekt war es für mich der Schlüssel zum Erfolg.
Mein Tipp an Dich ist: Sei nicht zu hart zu Dir selbst - wenn Du regelmäßig Klausuren schreibst und beim Lernen ehrlich zu Dir selbst bist, steht einem erfolgreichen Examen nichts im Weg.

Autorin: Bella Fiedler


Schon fit fürs Ref?

Es ist ohnehin nicht ganz einfach im Stress des ersten Examens sich einen Überblick über die Möglichkeiten des Referendariats zu verschaffen. Da die Bundesländer verschiedene Regelungen haben, ist es ratsam sich vor dem Referendariat über die jeweiligen Möglichkeiten zu informieren. Denn eine gute Entscheidung lässt sich nur dann treffen, wenn man auch alle Variablen kennt. Es lohnt sich daher frühzeitig die notwendigen Informationen zum Referendariat und den Besonderheiten des jeweiligen Bundeslandes einzuholen. Wir haben aus diesem Grund einen kostenfreien Workshop auf die Beine gestellt, der Dir genau dabei helfen soll! Alle Informationen zum Workshop

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