Die Genies unter den Juristen

In jedem Ref-Durchgang gibt es sie: die Hermine Grangers unter den Juristen. Egal, wann man in die Bibliothek kommt, sie sind da. Egal, welche Note man in einer Probeklausur schreibt, sie waren besser. Egal, wie viel man bisher fürs Examen gelernt hat, sie haben mindestens schon doppelt so viel gelernt.
 
Natürlich sind wir, wenn wir es bis ins Referendariat geschafft haben, alle schon erwachsen und haben das ganze Examensthema schon einmal durch. Dass wir aber deswegen weniger beeinfluss- oder beeindruckbar sind, wenn rechts und links von uns gefühlt nur Genies sitzen, während wir immer noch mit dem Aufbau einer Urteilsklausur überfordert sind, wäre glatt gelogen.
 
Bib-Funk ist wie Social Media – eine Scheinwelt
 
Brechen wir es doch einmal auf das ganz einfache herunter. Das, was Hermine G. euch während eines Kaffees in der Bibliothek so erzählt, sind doch entweder ihre eigenen Wunschvorstellungen oder ein Kurzausschnitt ihrer bisherigen Erfolgserlebnisse. Natürlich gibt es auch die wahnsinnigen Genies, die wirklich nie unter 13 Punkten schreiben und einfach über den Dingen stehen. Aber müssen wir uns tatsächlich an denen messen? Ich denke nicht.
 
Tipp No. 1 und goldene Regel hier: Einfach nicht hinhören. Lasst die Leute einfach reden. Ist doch schön für sie, wenn alles glatt läuft und sie die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen auf der linken Pobacke abrutschen. Aber das ist nicht die Mehrheit deiner Mitstreiter. Das repräsentiert nicht den absoluten Großteil der Referendare. Wir struggeln. Wir haben Angst zu versagen und wir möchten mindestens einmal die Woche (manchmal auch einmal am Tag) alles hinwerfen.
 
Durchhaltetipps
Manchmal ist es aber gar nicht so einfach, nicht hinzuhören. Manchmal hat man einfach einen schlechten Tag und dann trifft es einen richtig, dass die Hermines des Durchgangs scheinbar nur auf der Sonnenseite leben. Hier ist der ein oder andere Tipp, wie du in diesem Fall dein Selbstbewusstsein wieder in die Bahn lenkst und dich selbst ein bisschen boostest:
  1. Du bist nicht alleine. Und geht es allen so. Wir sind nicht die Hermines. 
  2. Es ist vollkommen normal hinzufallen. Jura streckt einen ständig nieder. Und es ist auch nicht leicht immer wieder aufzustehen. Aber du stehst wieder auf. Du kämpfst! 
  3. Du hast es schon bis hierin geschafft. Ganz ohne eine Hermine zu sein. Den Rest schaffst du auch noch. 
  4. Immer einen Schritt vor den anderen. Manchmal fühlt es sich an, als wäre das Ziel kilometerweit entfernt. Gehe einfach immer einen Schritt voran. Jeden Morgen aufstehen und den einen Tag durchkämpfen. 
Ich hoffe ich konnte euch ein wenig die Angst und den unberechtigt großen Respekt vor den Hermine Grangers dieser Jura-Welt nehmen. Ihr seid nämlich gut genug und ihr schafft das auch.
 
Ich wünsche euch nur das Beste,
eure Luisa

Bist Du schon fit für das Referendariat?

Es ist nicht ganz einfach im Stress des ersten Examens sich einen Überblick über die Möglichkeiten des Referendariats zu verschaffen. Da die Bundesländer verschiedene Regelungen haben, ist es ratsam sich vor dem Referendariat über die jeweiligen Möglichkeiten zu informieren. Denn eine gute Entscheidung lässt sich nur dann treffen, wenn man auch alle Variablen kennt. Es lohnt sich daher frühzeitig die notwendigen Informationen zum Referendariat und den Besonderheiten des jeweiligen Bundeslandes einzuholen. Wir haben aus diesem Grund einen kostenfreien Workshop auf die Beine gestellt, der Dir genau dabei helfen soll!

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