Was will ich eigentlich mit Jura machen? 3 Schritte, um deine Berufung zu finden

Hände hoch, wenn du dieses Gefühl kennst. Du hast so viele Lebensjahre (plus Energie, Zeit und Geld) in dein Jurastudium investiert, hast dein erstes und/oder zweites Staatsexamen in der Tasche und weißt nun nicht, was du in der Zukunft damit machen willst. Es ist dir noch kein juristischer Beruf begegnet, bei dem dein Herz wirklich höher schlug. In keinem Praktikum, keinem Nebenjob oder keiner Referendariatsstation konntest du sagen: “Das ist es! Das ist meine Berufung!”. Elisabeth Vogel hat sich nach ihrem zweiten juristischen Staatsexamen als Life Coach in Hamburg selbstständig gemacht. Heute unterstützt sie Juristen dabei, ihre Berufung zu finden. In diesem Beitrag gibt sie dir drei wichtige Schritte an die Hand, um deiner Berufung ein großes Stück näher zu kommen. 

Schritt 1: Entscheide dich, ehrlich mit dir selbst zu sein

Der erste Schritt, ist der Schwierigste. Nach 7, 8, 9 oder noch mehr Jahren, die du in deine juristische Ausbildung gesteckt hast, musst du doch nun Anwalt, Staatsanwalt oder Richter werden. Oder zumindest in die Rechtsabteilung eines Unternehmens gehen. Ist das wirklich so? Möglicherweise ist ein juristischer Beruf genau das Richtige für dich, vielleicht aber auch nicht. So oder so ist es in einem ersten Schritt unheimlich wichtig, dass du dich traust, ergebnisoffen in deine Zukunft zu blicken. Alles ist möglich. Du stehst ganz am Anfang deiner Karriere. Mit deiner juristischen Ausbildung hast du einen hervorragenden Grundstein gelegt. Alles, was jetzt kommt, hast du in der Hand. Entscheide dich dafür, ehrlich hinzuschauen und dich wirklich einmal zu fragen: “Wie sähe mein Beruf aus, wenn er richtig, richtig schön wäre?”.

Schritt 2: Stelle dir die richtigen Fragen

Jetzt, wo deine berufliche Zukunft ganz frei gedacht werden kann, schauen wir einmal genauer hin (keine Angst, du kannst dich jederzeit für einen klassisch juristischen Beruf entscheiden!). Nimm’ dir Zeit, setze dich in Ruhe mit einem Kaffee/Tee/Wein/Bier hin und beantworte die folgenden Fragen schriftlich für dich.

  • Du bist 90 Jahre alt und blickst auf dein Leben zurück. Wie hast du dein Leben gestaltet, sodass du in diesem hohen Alter mit Freude sagen kannst “Ich habe wirklich gelebt”? Was hast du gemacht? Wo hast du gelebt? Mit welchen Menschen hast du dich umgeben? Wie hast du deine Zeit verbracht? 

  • Was macht dir wirklich Freude? Was tust du, wenn du im Flow bist und die Zeit nur so im Flug vergeht? Was liebst du, zu tun?

  • Was motiviert dich? Wofür würdest du gerne morgens aufstehen?

  • Was wolltest du werden als du ein Kind warst? Und wieso?

  • Welche Werte möchtest du beruflich verkörpern?

  • Worin liegen deine Stärken? Was fällt dir leicht? (Schreibe mindestens 30 Stärken und Ressourcen auf -  das meine ich ernst! Werde kreativ und erkenne deine Talente an - mögen sie dir auch noch so klein vorkommen.)

Schaue dir nun deine Antworten an und beginne, zu analysieren. Ganz wichtig: Höre auf dein Bauchgefühl. Der Verstand darf selbstverständlich immer wieder eingeschaltet werden - insbesondere für die strategische Planung deiner nächsten Umsetzungsschritte. Nach meiner Erfahrung wissen wir jedoch häufig intuitiv, was die richtigen Schritte für uns sind. Versperren wir uns diesem Gefühl, ändern wir irgendwann gleichwohl unseren Kurs und kommen zu dem zurück, was wir wirklich wollen. Also wieso diesen Umweg gehen?

Schritt 3: Folge der Freude 

Wenn du gar nicht weisst, was du willst, kann dir dieser Leitsatz helfen: Folge der Freude. 

Entscheide dich für einen beruflichen Schritt, auf den du Lust hast. Wenn wir etwas mit Begeisterung und Freude tun, sind wir in der Regel auch gut darin. Dann kommen die Erfolge, wir entwickeln uns weiter, lernen und wachsen. Für mich ist die Freude eine Richtschnur. Sie hilft mir, Entscheidungen zu treffen. Wenn du dich für etwas entscheidest, auf das du wirklich Lust hast, kann die Entscheidung nach meiner Überzeugung nicht falsch sein. Mit jedem beruflichen Schritt lernst du dich selbst besser kennen und sammelst Erfahrungen. Nimm’ den Druck aus der Entscheidung und höre auf dein Bauchgefühl. 

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und Freude auf deinem beruflichen Weg. Wenn ich dich als Life Coach bei der Entscheidungsfindung unterstützen kann, findest du auf meiner Webseite alle Informationen zu meiner Person und meiner Arbeit als Coach: Elisabeth Vogel - Coaching in Hamburg