„Pretty hurts“! – Does smart hurt, too?

von mylittlejob ·

Über Schönheit im Beruf

Ein lange gehegter Verdacht hat sich bestätigt: Die „Schönen“ haben tatsächlich die besseren Karten im Bewerbungsprozess. Zahlreiche psychologische Studien beantworten die Frage, wieso schöne Menschen nachgewiesen leichter durchs Leben kommen. Durch den „Attraktivitätsbonus“ wirken sie der Einschätzung nach sozial kompetenter, zufriedener und intelligenter – und das sind nur drei der zahlreichen positiven Assoziationen, mit denen schönen Menschen in Verbindung gebracht werden.

Nicht nur ein Klischee: Schönheit beflügelt die Karriere

Die Leuphana Universität Lüneburg hat die Zusammenhänge zwischen der Attraktivität von 3.000 Arbeitnehmern und beruflichen Erfolgsfaktoren wie deren Arbeitslosenquote, Beschäftigungsstatus oder Gehalt, analysiert. Dabei machte das Forschungsteam erstaunliche Entdeckungen: Pro zusätzlichem, subjektiv vergebenem Attraktivitätspunkt (auf einer Skala von 1 = sehr unattraktiv, bis 11 = sehr attraktiv) erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung um 3%. Die Beschäftigungschancen steigen also mit wachsender Attraktivität rasant an. Vergleicht man eine durchschnittlich attraktive Person mit einer sehr attraktiven Person, ergibt sich bereits ein Chancenunterschied mit der Gewichtung, die einem zusätzlichen Uni-Abschluss gleichkommt! Auch die Monatsgehälter der Beschäftigten liegen im gleichen Maße auseinander. Hat somit ein Durchschnittsmensch ein beispielhaftes Monatsgehalt von 3.000€ zur Verfügung, bekommt der sehr attraktive Mensch im gleichen Job bis zu 500€ monatlich mehr. Nach diesen Ergebnissen ist es auch nicht verwunderlich, dass attraktive Menschen bedeutend seltener arbeitslos sind.

Wer schön ist, muss gut sein?

Diese gravierenden Umstände haben nicht nur eine Auswirkung auf den Alltag, sie werden jedoch meistens als natürlich wahrgenommen und nur selten hinterfragt. Der blinde Fleck im Umgang mit schönen Menschen rührt nämlich auch daher, dass ihnen tendenziell mehr Vertrauen entgegen gebracht wird. Ihr Erfolg scheint wohlverdient, ihre Kompetenz authentisch. Es ist jedoch riskant, sich von solchen oberflächlichen Faktoren leiten zu lassen – gerade im Bewerbungsgespräch. Seitdem die benebelnde Wirkung von Attraktivität auf den menschlichen Verstand bekannt ist, ziehen Personalabteilungen zunehmend wertvolle Konsequenzen, um faire Verhältnisse im Recruiting zu ermöglichen. Demnach verweisen Unternehmen vermehrt darauf, der Bewerbungsmappe kein Foto beizulegen und konzentrieren sich auf standardisierte Auswahlverfahren, damit die Entscheidungsfindung möglichst ungetrübt geschieht. Trotzdem gilt natürlich: Hinter einem schönen Gesicht kann auch ein kluger Kopf stecken – die Betonung liegt auf KANN. Und nicht einmal schöne Menschen kommen an Gerüchten oder Neid vorbei, selbst wenn sie sich ihre Positionen und Gehälter redlich verdient haben. „Pretty hurts“, wenn die Erklärung für den Erfolg dann doch nur oberflächlich hergeleitet wird.

Apropos kluger Kopf…

Wenn Attraktivität eine so beachtliche Wirkung auf den Erfolg hat, wie sieht es dann mit Klugheit aus? Ein so offensichtlicher Erfolgsfaktor müsste schließlich nachweislich der Karriere auf die Sprünge helfen. Obwohl Intelligenz tatsächlich der weitgehend relevanteste Faktor für Erfolg am Arbeitsplatz ist, können sich intelligente Menschen gerade im Bewerbungsprozess schnell selbst im Weg stehen. Die diesbezüglichen Erkenntnisse des Wirtschaftsforschers Maurice Ewing sind ernüchternd. Menschen mit überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten (umgangssprachlich als schlau bezeichnet) haben eine Art „Knick in der Selbstwahrnehmung“. Infolgedessen kommt es oft zur Unterschätzung der eigenen Fähigkeiten und zur ineffektiven, viel zu bescheidenen Selbstpräsentation bei der Bewerbung. Dabei sind gerade schlaue Menschen oftmals die Over-Achiever unter den Kandidaten. Hinzu kommt, dass intelligente Menschen lieber Ergebnisse sprechen lassen, anstatt große Reden zu schwingen. Obwohl sie also gute Arbeit leisten würden, scheitern sie deshalb oft schon im Auswahlprozess.

Wir finden diese Erkenntnisse erstaunlich und ernüchternd zugleich. Gibt es eine Möglichkeit, Recruiting tatsächlich fair zu gestalten?

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Quellen: Leuphana Universität Lüneburg (2011): Studie zeigt: Gutaussehende Menschen sind seltener arbeitslos. URL: http://www.leuphana.de/news/pressemitteilungen/pressemitteilungen-ansicht/datum/2011/12/19/studie-zeigt-gutaussehende-menschen-sind-seltener-arbeitslos.html

Salin, Sarah (2011): Schöne Menschen sind klar im Vorteil. URL: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13418959/Schoene-Menschen-sind-klar-im-Vorteil.html

Rettig, Daniel (2012): Warum wir auf attraktive Menschen reinfallen. URL: http://www.alltagsforschung.de/schoner-schein-warum-wir-auf-attraktive-menschen-reinfallen/

Peck, Don (2013): They’re Watching You At Work. URL: http://www.theatlantic.com/magazine/print/2013/12/theyre-watching-you-at-work/354681/

Ewing, Maurice (2014): Why Smart People Don’t Get Hired. URL: https://www.linkedin.com/today/post/article/20140611210203-3096906-why-smart-people-don-t-get-hired?trk=tod-home-art-list-large_0

Bild: Flickr, Lil’ Wiz

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