Die Wahlstation – ein Sommer in der Wüste Part I

von Luisa Rödemer ·

Selbst wenn man versucht, sich dem gesellschaftlichen Druck der „unbedingt zu absolvierenden Auslandserfahrungen“ nicht zu beugen, werden die Fragen bei Vorstellungsgesprächen schon etwas seltsam, sollte man weder in oder nach der Schule noch im Studium im Ausland gewesen sein.
 
„Sie schreiben hier ‚Englisch verhandlungssicher’, waren aber nie im Ausland. Wie haben sie denn außerhalb der Schule ihre englischen Sprachkenntnisse weiterentwickelt und verbessert?“ ... „äh, öhm ... naja ich gucke die Serie Suits auf Englisch?“ Es half alles nichts, die Wahlstation war die letzte Möglichkeit für einen Auslandsaufenthalt und sollte dann endlich auch so wahrgenommen werden.
 
Doch schon die Wahl des „richtigen Auslands“ ist gar nicht so einfach. London, New York oder ähnliche „Standards“ fielen für mich schon zu Beginn heraus. Nicht etwa – was aber meine Bewerbungsgesprächsantwort war – weil dort „jeder hinmöchte“ oder „ich dort schon so häufig zu Gast war und lieber neue Erfahrungen sammeln würde“ sondern vielmehr, weil ich Angst davor hatte, sämtliche native Speaker mit meinem astreinen Serienenglisch zu verschrecken. Oder ausgelacht zu werden.
 
Und so bewarb ich mich überall auf der Welt an Orten, bei denen ich davon ausging, dass ich dort ohne Schweißausbrüche und Panikattacken die drei Monate Wahlstation verbringen könnte.
 
So kam ich unter anderem auch auf die Idee, mich in Dubai zu bewerben. Was habe ich mich noch gewundert, warum der Wahlstationsplatz dort noch nicht vergeben war, obwohl ich ehrlich gesagt mit meiner Bewerbung ordentlich spät dran war... Gut, wenn man erstmal im Juli bei 50 Grad in Dubai ankommt, wundert man sich jetzt nicht mehr so sehr – aber was soll’s. Man ist ja zum Arbeiten da.
 
Dubai ist wirklich super. Es ist nicht nur groß, glitzernd, übertrieben und abgehoben, Dubai ist vielmehr auch ein wahnsinniger Wirtschafts- und Arbeitsknotenpunkt. 85 % der Einwohner sind die sog. Expats, also Einwanderer, die in Dubai leben und arbeiten. Warum das so viele Menschen machen? Nun, ein großer Punkt dürfte wohl sein, dass es in den Vereinigten Arabischen Emiraten keine Einkommenssteuer gibt. Das Bruttogehalt entspricht also dem Nettogehalt. Klingt nicht so übel, oder?
 
Außerdem herrscht in Dubai weitgehende soziale Zufriedenheit und die Stadt ist wahnsinnig sicher. Beide Punkte hängen mit dem Arbeits- und Aufenthaltsrecht zusammen. Grundsätzlich bekommt nur derjenige, der einen laufenden Arbeitsvertrag vorweisen kann auch ein Visum für die VAE. Umgedreht möchte niemand durch kriminelles Verhalten sein Visum aufs Spiel setzten. Alle Expats sind schließlich freiwillig nach Dubai gekommen und wollen dort Geld verdienen. 
 
Natürlich hat Dubai auch einige Negativseiten. Ein fehlendes Sozial- und Rentensystem, nur teilweise verpflichtende Krankenversicherung und auch von der ständigen Hitze und dem vielen Sand bekommt man wirklich mal genug. Allerdings muss ich sagen – für die Wahlstation (und für mich auch noch darüber hinaus) ist Dubai ein wahnsinniges Erlebnis, das ich niemals missen möchte.
 
Solltet ihr hierzu Fragen haben, schreibt mich einfach an.
 
Alles Liebe
Eure Luisa
 

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